Gegründet im November 1989 – Online-Ausgabe seit 2004Ausgabe Nr.71 - 21. Juli 2012

Virtuelle Ausgabe Nr. 71 vom 21. Juli 2012

 

Ein Jahr Förderkreis Friedhof Meerane

Ein Bericht von Juliana Weiss, Fotos: Herbert Augsten

Foerderkreis Friedhof Meerane

Bei herrlichem Sommerwetter fanden am 22. Juni 2012 zahlreiche Besucher den Weg auf den Meeraner Friedhof und in die Redehalle. Dorthin eingeladen hatte der Förderkreis Friedhof Meerane e. V. zur Festveranstaltung aus Anlass seines einjährigen Bestehens.
Das Programm umfasste Fachvorträge und eine Ausstellung auf acht Tafeln. Interessiert betrachteten die Anwesenden diese Dokumentationen, zusammengestellt von Dr. Peter Ohl, über die Friedhofshalle und ihren Hauptstifter Carl Emil (Charles) Schmieder, den Architektenwettbewerb, den Architekten Paul Bender, den Bau der Halle in den Jahren 1913 bis 1914 (mit den wohl einzigen Fotos der Bauphase) und die Einweihung. Eine Tafel zeigte Prof. Dr. Wolfgang Zscherpels „Pfarramtsrecherche zur Geschichte der neuen Friedhofshalle“. Außerdem stellte sich der Förderkreis vor, nannte Spender und Sponsoren und weitere Ziele. Den musikalischen Rahmen des Abends gestalteten Musikschüler der Johann-Friedrich-Agricola-Musikschule Schmölln, deren Darbietungen mit herzlichem Beifall belohnt wurden.

Der Vorsitzende des Förderkreises Friedhof Meerane e.V., Dr. med. Peter Ohl und Bürgermeister a. D., freute sich bei der Begrüßung über die vielen Gäste in der Friedhofshalle inmitten des schönen Meeraner Friedhofes in Trägerschaft der Ev.-Luth. Kirchgemeinde. Der Abend solle dazu beitragen, dem Ort, an dem sich Leben und Tod berühren, mehr Aufmerksamkeit zu schenken.

Im Namen des verhinderten Superintendenten des Kirchenbezirkes Glauchau-Rochlitz, Johannes Jenichen, dankte Pfarrer Dr. theol. Martin Teubner für die Einladung. Er zitierte Martin Luther, der einst sagte, der Friedhof solle ein feiner, stiller Ort sein, auf den man mit Andacht gehen und dort verweilen könne. Dabei, so Pfarrer Teubner, sei der Friedhof für die Verstorbenen da, aber auch ein Ort für die Lebenden, ein beruhigender Ort, geprägt von großen Bäumen, ein würdiger Ort, der Menschen Trost spendet, ein stiller Ort, der zum Verweilen einlädt. Dem Förderkreis und namentlich Dr. Ohl gebühre Dank für die ehrenamtliche Tätigkeit. Diese trägt zur Pflege der Friedhofskultur bei und dafür wünsche er weiterhin „ein glückliches Händchen“.

In seinem Grußwort betonte Dr. Hartmut Ritschel vom Landesamt für Denkmalpflege Sachsen, dass der Meeraner Förderverein nach seinem ersten Jahr auf dem besten Wege sei, dem Kindesalter zu entwachsen. Amtliche Denkmalpflege gebe es in Sachsen erst seit 1917. Vorher befassten sich der Sächsische Altertumsverein (1825) und der Sächsische Heimatschutz (1908) mit Denkmal- und Naturschutz. Innerhalb des DDR-Kulturbundes betätigte sich die Gesellschaft für Denkmalpflege auf diesem Gebiet. Wie in den Gruppen gearbeitet wird, hängt von den jeweils handelnden Personen ab. Im Verein geht es darum, Wissen zu sammeln, Spenden zusammenzutragen, tatkräftig Hand anzulegen. Ohne Ehrenamtliche ginge in der Denkmalpflege vieles nicht, stellte Dr. Ritschel fest und verwies auf die Silbernen Halbkugeln (jährlich vom Deutschen Nationalkomitee für Denkmalschutz an Personen oder Personengruppen vergeben, die durch ihre Initiative einen wichtigen Beitrag zur Erhaltung und Rettung von Gebäuden, Ensembles, Altstadtkernen, Dörfern und archäologischen Denkmälern geleistet haben).
In der Wahrnehmung sei es nicht ungewöhnlich, dass ein Verein sich dem Friedhof zuwendet, häufig sei es aber nicht. Fest steht, der Tod ist das sicherste Ereignis in jedem Leben und der Satz ist bekannt: Der Tod ist sicher, die Stunde ungewiss.
Der Meeraner Verein habe sich ein Objekt gesucht, von dem vieles bekannt sei, aber vieles auch noch zu entdecken. Bei der Friedhofshalle handele es sich auf jeden Fall um einen sehr bemerkenswerter Bau. In jedem Ort gebe es Dinge, die den Menschen wichtig seien, es komme darauf an, dass die örtliche Bevölkerung diesen nicht ablehnend gegenüberstehe. Dafür müsse geworben werden. Dr. Ritschel wünscht abschließend dem Verein gute Ideen, eine glückliche Hand und versprach, dass das Denkmalamt das Anliegen im Rahmen der Möglichkeiten unterstützen werde.

Friedhofshalle Meerane auf einer Postkarte von 1916

Friedhofshalle Meerane auf einer Postkarte von 1916

 

Es sei erfreulich, aus schönem Anlass das Wort ergreifen zu können, konstatierte Ulrich Hübner (Denkmalamt Dresden), der nach der Bedeutung der Kunst in Stunden des Schmerzes fragte. In der Gesellschaft vollziehe sich gerade ein Wandel zum individuellen Trauern, der Mensch suche einen Bereich, um seine Gedanken zu sammeln und zu ordnen. Er sei beeindruckt, dass sich hier ein Personenkreis für die Erhaltung des Friedhofes und der einzigartigen Halle gefunden habe, mit der man quasi das römische Pantheon nach Meerane holte. Herr Hübner ermutigte den Förderkreis, sich weiterhin für ein so wichtiges Thema einzusetzen, das zum kulturellen Gedächtnis gehört, auch wenn die Bestattungskultur sich verändert.

Vom Kirchhof zum Friedhof – Friedhofskultur in Deutschland. Dazu erhielt das Publikum einen durch Bilder illustrierten Überblick von Simone Meinel, ihres Zeichens Sachverständige für Friedhofswesen der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche in Sachsen. Sie komme gern nach Meerane und bedanke sich für den guten fachlichen Gedankenaustausch. Dies sei nicht überall so.
Tote zu begraben und zu betrauern gehört zu den 7 Werken der Barmherzigkeit. Vor hunderten von Jahren wurden Kirchen gebaut und Reliquien von Heiligen spielten für die Gläubigen eine enorme Rolle, in deren Nähe und beim Altar wollten sie bestattet werden. Um die Kirchen entstanden von Mauern umgebene Vorhöfe – die Kirchhöfe. Leichenverbrennungen waren verboten, Bestattungen (übrigens ohne Sarg) auf dem Kirchhof Pflicht. Kirche und Kirchhof bildeten das Zentrum mittelalterlichen Lebens mit Markttreiben und Gerichtstag.
Mit der vom Protestantismus abgelehnten Reliquienverehrung änderte sich die Begräbniskultur. Begräbnisse außerhalb von Ortschaften fanden statt, es kamen hygienische Motive ins Spiel, nach Epidemien und Pest gab es Feldbegräbnisse. Der Begriff Friedhof geht auf einen „umfriedeten Hof“ zurück, Friedhöfe wurden an abgelegenen Orten angelegt und sollten nach Martin Luther feine und stille Orte sein. Der Besuch der Gräber fand nunmehr losgelöst von Kirche und Liturgie statt. Luther empfahl, Gräber zu schmücken, Staketenzäune schützten die Gräber vor dem Vieh, das hier weidete. Die Grabeinfassungen haben scheinbar hier ihren Ursprung. Die Friedhöfe besaßen als klassische Form das Kreuz, die Gräber waren nach Osten ausgerichtet, die Bestattungen erfolgten in Reihen – wie bei der Saat – und drückten die protestantische Auffassung aus, dass im Tod alle gleich seien.
Im 18. Jahrhundert nimmt der Staat Einfluss mit einer Sicherstellung ehrlicher Begräbnisse für jedermann. Gegen Ende des Jahrhunderts kamen gesundheitspolizeilichen Anordnungen auf, Leichenhäusern wurden gebaut. kommunale Friedhöfe eingerichtet (1787 in Dessau beispielsweise). Hygienische, wirtschaftliche und ästhetische Gesichtspunkte führten später zur Leichenverbrennungen. Das erste deutsche Krematorium entstand 1878 in Gotha. Friedhofsgärtnereien und ein Grabmalindustrie entwickelten sich. Im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts entstanden riesige Friedhöfe, die Probleme mit der Erreichbarkeit aufwarfen.
Simone Meinel sprach über einige Schwerpunkte der Friedhofskultur im 20. Jahrhundert (Friedhofsreformbewegung, Musterfriedhofsordnung und Richtlinien für Friedhöfe, Urnengemeinschaftsanlagen und sozialistische Ehrenhaine in der DDR, wo Mangelwirtschaft und Ideologie die Erhaltung der Friedhofskultur erschwerten, die AG Friedhof und Denkmalschutz in Westdeutschland, das Museum für Sepulkralkultur in Kassel…).
Bestattungs- und Friedhofskultur verändern sich gegenwärtig doch recht stark aufgrund der demographischen Entwicklung, der Geburtenraten, der Sterbeorte (Krankenhaus und Pflegeheim). Viele Menschen haben den Wunsch, die Hinterbliebenen nicht mit Grabpflege zu belasten, man entscheidet sich für Urnen und anonyme Bestattungen, aber auch eine zunehmende persönliche Bereitschaft zur Sterbebegleitung ist festzustellen und die Einforderung einer Liberalisierung und Deregulierung für Bestattungsformen und neue spezifische Produktangebote.
Die Werte christlicher Bestattungskultur in säkularisierten Zeiten hochzuhalten, wird für kirchliche Friedhofsträger zur Herausforderung, sagte Simone Meinel, und vertrat die Meinung, dass die Plätze Bestand haben, die in die gemeindliche Struktur eingebunden und vorbildlich gepflegt sind. Das verlangt Engagement aller.

Über die Geschichte der neuen Friedhofshalle sprach Prof. Dr. Wolfgang Zscherpel, Meeraner Kunstverein, der die großzügigen Möglichkeiten einer Pfarramtsrecherche hervorhob und sich bei Pfarrer Dr. Teubner dafür bedankte.
Am 12. 06.1914 berichtete die Meeraner Zeitung über die Einweihung der Halle, bei der „der Geh. Konsistorialrat D. Dr. Kohlschütter, Dresden, das Wort“ ergriff. „Er wünschte in seiner Ansprache der neuen Halle und ihrer Gemeinde den Segen Gottes und drückte den Anwesenden im Namen des Ev.-Luth. Landeskonsistoriums dessen innige Teilnahme am Weihefeste aus. Die Friedhofshalle mit ihrem herrlichen Bau sei ein schönes Zeugnis von der Liebe der Gemeinde zur Kirche und zur Heimat. All den freiwilligen Spendern gebühre heißer Dank und Anerkennung.“
Wie ein Blick zurück in die Mitte des 19. Jahrhunderts zeigte, erwies sich der Friedhof auf dem Hohen Anger (heute Bürgergarten) angesichts wachsender Einwohnerzahlen (1861 rund 13 700, 1871 rund 19 200 Einwohner) als zu klein. Stadt und Kirche mussten das Problem lösen.

ParentationshalleAm 26.08.1868 erfolgte die Weihe des neuen Friedhofes. Allerdings ergaben sich zwischen Gemeinde, die das Gelände gekauft hatte, und der Kirche, die Gebühren erhob, Unstimmigkeiten. Auf dem neuen Friedhof entstand eine Leichenhalle, eine Totenbettmeister-wohnung und eine Friedhofskapelle (Parentationshalle) - geweiht am 26.04.1873 (neben dem Eingang zum Friedhof, Bild links).

Bis 1909 wuchs die Zahl der Einwohner auf rund 25 000. Im Januar 1909 wurde bei der Stadt ein Antrag auf Vergrößerung der Leichenhalle gestellt. Vorerst gestattete man als Notlösung die Aufbahrung im Mittelgang der Leichenhalle. Außerdem sollten sich der Friedhofs- und Bauausschuss mit dem Neubau einer Leichen- und Parentationshalle befassen.


Der seit 1905 in Meerane wirkende Oberpfarrer Harig engagierte sich sehr bei der Bewältigung der Friedhofsprobleme. Im November 1909 berichtete er über eine Sitzung der Stadtverordneten zu dem Thema, in deren Ergebnis ein Parentationshallenausschuss aus Vertretern der Kirche und der Stadt gebildet werden soll und einhellig ein Neubau favorisiert wird. Im August 1910 stiftet Frau Kommerzienrat Bornemann 10 000 Mark für eine neue Parentationshalle.
Prof. Dr. Zscherpel erläuterte das Auf und Ab in den Bemühungen um die Lösung der Probleme und die Querelen mit der Stadt. 1912 wurde der gemeinsame Ausschuss mit der Stadt beendet und der Parentationshallenausschuss war nur noch kirchlich. Im gleichen Jahr erreichte den Ausschuss die wichtige Botschaft, dass Carl Emil Schmieder für den Neubau eine größere Spende geben würde. Die Frage, wieso ein Meeraner Textilunternehmer 1850/60 in Amerika dermaßen erfolgreich war und, in die Heimat zurückgekehrt, so große Spenden geben konnte, beschäftige ihn zurzeit, sagte Prof. Dr. Zscherpel. Im Dezember 2012 beriet der Ausschuss über die Schmiederspende in Höhe von 100 000 Mark (zunächst 50 000 Mark und der Rest in 5-Jahres-Schritten).
Der Kirchenvorstand beschloss einen Architektenwettbewerb. Im Februar 1913 erfolgte die öffentliche Ausschreibung „Wettbewerb zur Erlangung von Entwürfen für den Neubau einer Rede- und Leichenhalle auf dem Friedhof zu Meerane i. Sa.“. Mehr als 100 Vorschläge wurden bis zum 01. April 1913 abgegeben, die am 09. April 1913 in der Aula der Bürgerschule (später Georgenschule, heute Pestalozzigymnasium) präsentiert und vom Kirchenvorstand bewertet wurden. Sowohl Stifter Carl Emil Schmieder als auch Architekt Paul Bender waren in der Aula anwesend. Die Jury entschied sich für die Ausführung des von Paul Bender eingereichten Entwurfes wegen der Ästhetik des Baues (durch Kuppel bedeckte ovale Redehalle) und die gute Realisierbarkeit innerhalb des finanziellen Rahmens. Paul Bender hatte seinen Entwurf in der Aula selbst erläutert und er wurde mit der Oberbauleitung betraut.


Paul Bender und Friedrich WolfBaubeginn war der August 1913 – die Einweihungsfeier erfolgte am 11. Juni 1914. Der Kirchenvorstand schrieb am 12. Juni 1914 dem Architekten Paul Bender, dass es dem Vorstand ein Bedürfnis sei, ihm den besonderen und herzlichen Dank auszusprechen für diesen Bau von seltener Schönheit und äußerst praktischer Anordnung.

Der 1881 geborene Architekt Paul Bender wurde schon im August 1914 zum Militär eingezogen. An der Front traf er seinen Freund aus Dresden, den Schriftsteller Friedrich Wolf. Paul Bender fiel am 28. Juli 1917 bei Langemark in Flandern, unmittelbar neben Friedrich Wolf.

Das nebenstehende Foto, welches im Friedrich Wolf Archiv aufgefunden wurde, zeigt Paul Bender (links) mit Friedrich Wolf an der Westfront

Den Referenten wurde mit viel Applaus für ihre Beiträge gedankt.

Nach musikalischem Zwischenspiel ergriff Pfarrer Dr. Teubner das Wort, der stellvertretende Vorsitzende des Förderkreises. Er fühle sich durch die Musik nach den herausragenden Fachvorträgen quasi zurückgeholt und sprach über den Anlass zur Gründung des Förderkreises. Es sei sichtbar geworden, dass die Kirchgemeinde und die Stadt es nicht allein schaffen, alles Erhaltenswerte zu bewahren. Die Gründung des Förderkreises erfolgte am 25. Mai 2011. Zum Vorstand gehören Vorsitzender Dr. med. Peter Ohl, der stellvertretende Vorsitzende Pfarrer Dr. theol. Martin Teubner, Schatzmeister Holger Köhler, Sparkasse, Rechtsanwalt Dirk Noack (Öffentlichkeitsarbeit) und Friedhofsverwalter Uwe Horn (Schriftführer). Unterstützung habe man übrigens von Ludwig Krause erfahren (Sohn von Oberpfarrer Krause), der das Signet des Förderkreises mit der Friedhofskapelle schuf.
Der Zweck des Vereins ist laut Satzung die Förderung der Erhaltung und Pflege des Friedhofes Meerane als Kulturgut der Allgemeinheit, die Unterstützung des Friedhofsträgers bei der Erfüllung seiner ihm aus dem öffentlichen Interesse erwachsenden Pflicht, d.h., den Friedhof als bedeutendes Denkmal der Meeraner Stadtgeschichte und der Bestattungskultur des 19. / 20. Jahrhunderts zu bewahren. Der Förderkreis wolle den Zweck u.a. durch Unterstützung bei der Erhaltung von denkmalgeschützten Gebäuden, Sicherung und Pflege der Anlagen und durch Öffentlichkeitsarbeit unterstützen, um das öffentliche Bewusstsein, Wissen und Verständnis für die Bedeutung des Friedhofes und der Werte christlicher Bestattungskultur zu schärfen und die Bereitschaft zu ideeller, finanzieller und sonstiger Unterstützung von Maßnahmen zu seiner Bewahrung als stadt- und kulturpolitisches Zeugnis wecken.

Friedhofsverwalter Uwe Horn erläuterte in seinem Beitrag den Zustand und den Erhaltungsbedarf der neuen Friedhofshalle. Kuppelbau und Aufbahrungsbereich befinden sich in statisch sicherem Zustand, dennoch seien erhebliche Mängel zu nennen (Putz- und Nässeschäden), die Dacheindeckung der Kuppeldächer sei eines der größten Probleme.
Erfreulicherweise präsentierte Uwe Horn eine lange Liste von durchgeführten Maßnahmen seit 1990. Dazu zählen Malerarbeiten im Eingangsbereich, Glaserarbeiten an der Außenkuppel, Erneuerung der Elektroanlage 1998, Neuverlegung der Eingangstreppe ein Jahr später, Dachreparaturen an der Leichenhalle im Jahr 2000, 2001 wurden Stühle für die Halle angeschafft (originalgetreu nachgebaute neue und alte Stühle stehen jetzt, bordeauxrot belegt nebeneinander), 2002 erfolgte die Sanierung der Schornsteine, nach Ausfall des Heizkessels wurde die Anlage erneuert, 2009/10 in Eigenleistung der Mitarbeiter die öffentliche Toilette instand gesetzt, 2010/11 modernisierte man nach Farb- und Gestaltungskonzepten von Johannes Rothe zwei Aufbahrungsräume, die letzte größere Baumaßnahme erfolgte an den Dächern der Leichenhalle, die mit Naturschiefer gedeckt wurden. Insgesamt wurden 332 000 Euro seit 1990 investiert, aber weit über 400 000 Euro seien für weitere Maßnahmen an der Redehalle notwendig für Dach, Fassade, Fenster, Türen, Innenrenovierung. Dazu kommen Kosten für Maurer- und Malerarbeiten im Aufbahrungsbereich.
Trotz hoher Hürden lohne es sich, in das Objekt zu investieren. Die zentrale Lage der Halle innerhalb des Friedhofes sei einst bewusst gewählt worden, Generationen gaben hier ihren Verstorbenen das letzte Geleit und erwiesen ihnen die letzte Ehre, fanden Trost an einem Ort, der Ruhe ausstrahlt.

Förderkreisvorsitzender Dr. Peter Ohl zog Bilanz des ersten Jahres. 2008 erschienen im Martinsboten und Meeraner Blatt ein Artikel von Heidi Ohl und Fotos zum Friedhof und zum 150. Geburtstag von Carl Emil Schmieder, womit auch das nahende 100. der Friedhofshalle 2014 ins Blickfeld rückte. Zur Vereinsgründung im Mai 2011 war wenig bekannt über den Architekten Paul Bender und es begann die Spurensuche, die nach Dresden führte ins Landesamt für Denkmalpflege. Es existiert eine Magisterarbeit von Ulrich Hübner, in der auch die Meeraner Halle erwähnt ist. Mirko Och ersteigerte ein Heft mit den Ergebnissen der Ausschreibung. Wichtige Dokumente zur Geschichte der Halle brachten die Recherchen von Prof. Dr. Wolfgang Zscherpel im Kirchenarchiv. Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz stellt fest, dass unserer Friedhofshalle zu den Besonderheiten der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts gehört. Mit Presseveröffentlichungen stieg das Interesse an der Halle, wuchs das Gefühl, einen Schatz zu besitzen. 30 000 Euro kamen bisher an Spenden zusammen, die Sparkasse Chemnitz konnte als Sponsor gewonnen werden. Außerdem wurde in diesem Jahr ein Einsatz am Grab von Carl Emil Schmieder geleistet und die Ausstellung vorbereitet.
Die nächsten Vorhaben erläuterte der stellvertretende Vorsitzende, Pfarrer Dr. Teubner. Es sei spannend, was getan werden konnte und noch getan werden muss. Dazu zählen Baumaßnahmen am Umgang der Leichenhalle, an der Kuppel und den Nebendächern, die bis 11.06.2014 erledigt werden sollen, außerdem die Sanierung des Schmiedergrabes (die Firma Brumme wird die Platten an der Mauer erneuern), die Verwirklichung eines seit Jahren geplanten Vorhabens, nämlich die Schaffung eines Parkplatzes an der Schönberger Straße mit 31 Stellplätzen (rund 90 000 Euro Kosten), eine Festschrift, die Zusammenarbeit mit dem Europäischen Gymnasium (Schüler könnten die Geschichte des Ortes erfassen und Projekte realisieren), eine Website über den Friedhof im Internet…Pfarrer Dr. Teubner dankte allen für ideelle und materielle Unterstützung. Im Mittelpunkt des Dankes allerdings solle an diesem Tag Dr. Peter Ohl stehen, der unermüdlich Briefe schreibe, Spenden sammle und Interesse wecke.

Festveranstaltung

Die Festveranstaltung hatte 17 Uhr begonnen, so dass jeder noch rechtzeitig vor der EM-Fußballübertragung zu Hause sein konnte. Es blieb nach dem Programm in der Halle aber noch genügend Zeit, die Einladung zu einem kleinen (von der Fleischerei Streu unterstützten) Imbiss im sogenannten Schmuckhof (siehe oben ) anzunehmen. Offenbar hatte noch nicht jeder einen Blick in den kleinen Innenhof mit schönen Rhododendren geworfen, wie der verblüffte Ausruf eines Anwesenden vermuten lässt. „Ich bin nun ein richtiger Meeraner, aber das habe ich noch nicht gesehen.“ Mit angeregten Gesprächen endete die Festveranstaltung. Vielleicht kam den Teilnehmern auf dem Weg vom Schmuckhof zum Ausgang schon eine Idee, welche Nutzungserweiterungen für den besagten Schmuckhof und die gleich neben dem Eingang befindliche Parentationshalle aus dem Jahre 1873 möglich wären. Ideen dazu werden gesucht. viereck

 


 

Information des Förderkreises Friedhof Meerane e. V.
Zum Tag des offenen Denkmals am 9. September 2012 ist die Friedhofshalle von 14.00 bis 17.00 Uhr geöffnet. Neben Informationen und Führungen werden auch die acht Tafeln zur Geschichte der Friedhofshalle wieder zu sehen sein. Das Grabmal der Familie Schmieder wurde inzwischen instand gesetzt. Zu den Kosten von rund 4.600 € wird  die Hälfte aus den Spendengelder beigesteuert.

FriedhofskapelleVeröffentlichung der Spender für Friedhofshalle, 4. Fortsetzung
Spender Nr. 102 bis 131 in der Folge des Spendeneingangs (Juni/Juli 2012)

Pfarrer Dr. Martin und Dominika Teubner, Lutz und Ursula Lüpfert, Günter Pröhl, Günther und Renate Linke, Hermann Steinhardt (Bad Neustadt), Siegfried und Thea Baumann,
Dr. Horst und Dr. Ingrid Knopke, Dr. Gert und Marion Henning, Isolde Schulze, Reiner Buchwald, Bernd und Gisela Zenker, I. und R. Heilmann, Anonyme Einzelspende, Sparkasse Chemnitz, Lona und Katrin Götze, Hans-Jochen und Ursula Lorenz (Düsseldorf), Sepp Gottschling, Paul Richtsteiger, Seniorenkreis Kirchgemeinde St. Martin Meerane, Envia-Mitteldeutsche Energie, Fleischerei Volkmar Streu, Diplom Restaurator Ulrich Weidauer, Pfarrer Christian Freyer, Irene Günther, Horst Ecke, Wolfgang Nicolaus, Sparkasse Chemnitz, Dr. Eckhard und Doris Beyer, Kapferer Andrea, Dipl. Med. Annelie Walter, Marianne Gimpel
Spendensumme bisher: 30.738 €       Der Förderkreis bedankt sich herzlich bei allen Spendern!

Spendenkonto für weitere Spenden:
Förderkreis Friedhof Meerane e. V.
Konto Nr. 0710011091 BLZ 87050000 Sparkasse Chemnitz
Kennwort: Spende Friedhofshalle

Wenn Sie eine Spendenbescheinigung benötigen, vermerken Sie auf dem Überweisungsträger Ihre Adresse.

Der Vorstand

 

 

Kontakt und Impressum

Zuschriften an das Meeraner Blatt senden Sie bitte an: Redaktion Meeraner Blatt, Moeschlerweg 1 a, 08393 Meerane oder per e-Mail: post@meeranerblatt.de, Fax 03764/796764. Weiterverbreitung durch e-Mail oder Ausdruck erwünscht.
Verantwortlich und Herausgeber: Dr. med. Peter Ohl. Erscheinungsweise kostenlos unter www.meeranerblatt.de in loser Folge.
Information über eine neue Ausgabe jeweils durch Rundmail an die dem mb bekannten Adressen.

 

Anhang zur 71. Ausgabe

Zwei der Tafeln aus der Ausstellung für die Friedhofshalle am 9. September

Tafel 1

Originalbild downloaden (zur besseren Ansicht)

 

Tafel 2

Originalbild downloaden (zur besseren Ansicht)