Gegründet im November 1989 – Online-Ausgabe seit 2004Ausgabe Nr.133 - 19. Oktober 2019

MEERANER BLATT (Nr. 750)

Von 1989 bis 2002 erschienen vom MB 617 Druckausgaben in einer Auflage bis zu 4000, von 2004 bis heute 133 Internetausgaben in Ergänzung der örtlichen Presse.

Die Textentwürfe entstanden im ersten Jahr meist auf der Reiseschreibmaschine ERIKA.
Den Druck übernahm Woche für Woche die Druckerei Max R. Otto, dann Schwarz Druck.


AUSSTELLUNG IN DER ALTEN KAPELLE MEERANE

30 Jahre Meerane im Umbruch - 30 Jahre Meeraner Blatt - wie weiter?
Herzliche Einladung zum Ende der Ausstellung am 9. Nov. 14 Uhr
an Freunde und interessierte Bürger aus Ost und West

Zweck der Ausstellung ist es, anhand von persönlichen Aufzeichnungen einige Aspekte zu zeigen, die zum Ende der DDR führten, führen mussten. Das ist die eine Seite.
Bis zu vierzig Jahren lebten viele in der DDR ihr Leben mit ihren Familien und Freunden. Sie haben ihr Umfeld gestaltet und diesen Teil unseres Landes für Deutschland erhalten mit der Sehnsucht nach der großen Welt. Die aber dem Glauben an die DDR  nachhingen waren am Ende unter sich.
Vor dreißig Jahre fiel die Grenze durch unser Deutschland.

Neben der historischen Gemeinsamkeit der deutschen Länder braucht es eine neue Gemeinsamkeit der Deutschen nach 45 Jahren Trennung und Leben unter z. T. sehr gegensätzlichen Bedingungen. Viel ist schon gelungen. Gehen wir in diesem Bewusstsein gemeinsam in die nächsten dreißig Jahre.

Peter Ohl


Buchempfehlungen zum Thema: Das führte zum Ende

Roman Grafe – DIE GRENZE DURCH DEUTSCHLAND
EINE CHRONIK VON 1945 BIS 1990, Siedlerverlag, 540 Seiten, zahlreich bebildert, ISBN 3-88680-832-7, Preis im Handel 20 € 
 
Roman Grafe, Jahrgang 1968, geboren in Brandenburg, ist Autor und Filmemacher. Nach seiner Ausreise aus der DDR studierte Journalistik in der Schweiz, arbeitete bei der Süddeutschen Zeitung und bei der ARD.
Am 27. Nov. 2009 zeigte er seinen Film über „Die Grenze durch Deutschland“ vor einem interessierten Publikum in der  Meeraner Tännichtschule. Mittelpunkt seiner Darstellung war Probstzella, ein Ort wenige hundert Meter vor der DDR-Grenze zu Bayern.
Man erfährt rückblickende Erklärungen von Tätern und Opfern.
 

 

Peter Jürgen Ohl – Meerane im Umbruch
Briefe und Texte,  Teil I 1966 – 1990, Eigenverlag
72 Seiten                        ISBN 978-3-9821381-0-7
 
Die Idee zum Projekt ist es, anhand von Briefen und auch Redekonzepten aus dem Privatarchiv etwas von unseren turbulenten Jahrzehnten vor und nach 1989 festzuhalten.
Chroniken und Erinnerungen entstehen im Nachgang. Sie sind unvermeidlich subjektiv eingefärbt. Briefe und Reden stehen dagegen im direkten Zusammenhang mit ihrer Datierung. Sie wollten in der Regel etwas bewegen und sind keine Schilderungen im Nachhinein.
 
Vorstellung in der Alten Kapelle am 9. November, Preis 10 €


Überlegungen zur Bedeutung der Sprache

Die Sprache, auch das geschriebene Wort im Internet, verbindet den Gedanken mit der Tat. Victor Klemperer beschäftigte sich 1947 in der LTI, Notizbuch eines Philologen, mit der Sprache der Nationalsozialisten. Wenn man das Buch wieder einmal zur Hand nimmt, findet man Formulierungen, die hier und da dem Sprachgebrauch der DDR ähneln. Beides waren Diktaturen, allerdings mit unterschiedlicher Zielrichtung.
Am 10.10.2019 sprach Niklas Frank In der Sendung Panorama über seinen Vater Hans Frank, unter Hitler Generalgouverneur in Polen. Wie sehr ähneln die heutigen Aussagen der AfD denen der Nationalsozialisten von damals? Niklas Frank ist sich sicher, dass das Gedankengut der Nazis in Form der AfD zurückkehre. Hierzu wurden Zitate seines Vaters denen von Politikern der AfD direkt gegenüber gestellt. Und das im Kontext mit den Morden am 9.10.2019 vor der Synagoge in Halle.
Heute gilt in Deutschland das Grundgesetz.
Das Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland formuliert im Artikel 1 (1) Die Würde des Menschen ist unantastbar. In der Präambel steht: Im Bewusstsein seiner Verantwortung vor Gott und den Menschen, von dem Willen beseelt, als gleichberechtigtes Glied in einem vereinten Europa dem Frieden der Welt zu dienen, hat sich das Deutsche Volk kraft seiner verfassungsgebenden Gewalt dieses Grundgesetz gegeben.
Auch die schlimmen Erfahrungen mit dem Nationalsozialismus fanden hier ihren Niederschlag.

Wenn heute von Richtern das Abwägen der Freiheit der Meinungsäußerung gegenüber der Unantastbarkeit der Würde eines Menschen (siehe Fall Renate Künast) zugunsten der Verfasser übelster Meinungsäußerungen verschoben und verharmlost wird, ist hier eine rote Linie in gefährlicher Weise überschritten. Die einen zahlen für die Freiheit des anderen. Und von Worten, die die Würde von Menschen verletzen können/sollen, ist es nicht weit zu Gewalttaten. Dessen sollten sich die an solchen Verfahren Beteiligte bewusst sein.Peter Ohl


Der Förderkreis Friedhof Meerane e. V. informiert

Im Jahr 2019 zeigte das örtliche Handwerk bei der Innensanierung der Neuen Friedhofshalle wieder seine große Leistungsfähigkeit. Trotz der unerwarteten massiven Schäden am Unterbau des Hallenbodens wurden die Arbeiten innerhalb von fünf Monaten bewältigt. Über ein Dutzend Gewerke zum richtigen Zeitpunkt in den Bauablauf zu integrieren war Dank der Vorbereitung durch das Architekturbüro von Elisabeth Scholz beispielhaft. Bereits am 21. Juni konnte die Halle wieder für Trauerfeiern genutzt werden. Die nachfolgenden Dankveranstaltungen für das Handwerk, die Förderer von Bund und Land und die Bürgerschaft am 2. Juli und 5. August setzten Akzente, wie auch das Wochenende zum Tag des offenen Denkmals. Darüber wurde bereits ausführlich berichtet. Manchen werden die Friedensnägel daran erinnern. Über allem steht die Freude über die strahlende Neue Friedhofshalle. Nun kommen noch die Beleuchtung, die Akustikanlage und das Umfeld dran. Auch hier wird der Förderkreis mit Bürgerspenden finanziell „in die Speichen greifen“ müssen.
Dann aber kommt die Alte Kapelle ins Blickfeld, die Ihre Eignung als ein Ort der Begegnung
schon mehrfach unter Beweis stellte (Café zur Alten Kapelle, verschiedene Ausstellungen).
Für 2020 sind die Förderanträge für die Fortsetzung der Außensanierung beim Bund und bei der Landesregierung gestellt. Dem Förderkreis, seit 2011 Begleiter der Denkmalsanierung, kommt nun die Aufgabe zu, das Interesse der Bürger auch für dieses wunderschöne Gebäude zu wecken, es quasi aus seinem Dornröschenschlaf zu holen. Mit ihren Spenden sind die Bürger dann selbst unmittelbar an der Schaffung eines Raumes für ihre Begegnungen beteiligt.–o–

Fortsetzung der Spenderliste von Spende 1703 – 1711

Christa Röblitz, Brigitte Walther, Ilse und Heinz Scholz (Oberhausen), Anita Petzold, Hubert und Maria Kriebel, Matthias und Anette Burkhardt, Dr. Waltraud Fröhlich, Dietmar und Sieglinde Koenitz, Wolfgang und Charlotte Markert, Heidi Gruner

Herzlichen Dank für Ihre Unterstützung der Hallensanierung!
Spendensumme am 11.10.2019: 178.828 €

Konto für Ihre Spende: Förderkreis Friedhof Meerane e. V.
Sparkasse Chemnitz, IBAN: DE02 87050000 0710 0110 91 BIC: CHEKDE81XXX Zweck: Friedhofshalle.
Vorbereitete Formulare liegen in der Friedhofsverwaltung, im Pfarramt und in der Sparkasse. Der Verein ist anerkannt gemeinnützig. St. Nr. 227/141/07376, FA Zwickau, Bescheid vom 06.12.2018.

Förderkreis Friedhof Meerane e. V.
Vorsitzender: Dr. med. Peter Ohl, Bürgermeister a. D., Moeschlerweg 1a, 08393 Meerane, 
Tel. 03764 / 3959, Fax  03764 / 796764,  e-mail:  foerderkreis-friedhof-meerane@enviatel.net
Stellv. Vorsitzende: Dipl.-Ing. Elisabeth Scholz, Kirchenvorstand; Schatzmeister: Holger Köhler,
Sparkasse; Juristischer Berater: Dirk Noack, Rechtsanwalt;  Schriftführer: Uwe Horn, Friedhofsverwalter


Veranstaltungshinweise




Sonntag, 20.10.2019, 14.00 Uhr


Kirchweihfest der Kath. Gemeinde Sankt Marien
Meerane Am Rotenberg


Sonnabend, 09.11.2019

10.00 – 12.00 Uhr        Förderkreis Friedhof Meerane e. V.
                                     9. Mitgliederversammlung in der Neuen Friedhofshalle
                                     Gäste sind willkommen

14.00 – 16.00 Uhr        Abschluss der Ausstellung „Meerane im Umbruch“
                                     in der Alten Kapelle mit Zeitzeugen Freunden und Gästen 


Foto: Andreas Kretschel

Mittwoch, 20.11.2019, 14.00 Uhr
Buß- und Bettag
Neue Friedhofshalle Meerane

hot and blue jazzband
mit dem Kirchen-Programm
Spirituals und Blues

Eintritt 10 € zur Deckung der Unkosten und für weitere Arbeiten an der Halle.


Ein Gruß aus Australien

Die Sonnenseite der Häuser am Posernweg in Meerane,  gemalt 1951 von F. Kreil

Dieses Aquarell schickte uns unser Meeraner-Blatt-Leser und langjähriger Freund Rolf Stelzer aus Australien. Nach dem Krieg ging er als Zimmermann mit anderen Bauleuten nach Australien. Seine Mutter wohnte am Posernweg 46 (das schmale Haus mit den zwei Giebelfenstern). Früher arbeitete sie im Sommerbad an der Kasse und Garderobe. Sie war meine Patientin. Und so lernten wir Rolf kennen. 1999 besuchte er seine Heimatstadt zum Stadtjubiläum. Schon zu DDR-Zeiten war er einmal mit seiner Frau bei uns. Als Abschiedsgeschenk gab ich ihm ein Meeraner Heimatbuch von 1930 mit. Das und einige seiner Werkzeuge, die noch von seinem Vater waren, zog der Zoll ein. Jetzt ist er 92 Jahre alt. Das Bild ist Teil seines Lebens. Wir werden es in Ehren halten. Die Häuser am mittleren und oberen Posernweg wurden vor Jahren abgerissen.Heidi und Peter Ohl


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MEERANER BLATT
Herausgeber: Dr. med. Peter Ohl, Bürgermeister a. D. Moeschlerweg 1 a, 08393 Meerane
T.: 03764/3959, Mail: post@meeranerblatt.de, Redaktion: Peter und Heidi Ohl.
Alle Fotos, soweit nicht extra kenntlich gemacht, stammen aus dem eigenen Fundus der Redaktion. Weiterverbreitung durch E-Mail oder Ausdruck erwünscht. Ihre Leserbriefe senden Sie bitte an obige Adresse. Die Ausgaben erscheinen in loser Folge unter www.meeranerblatt.de. Sie sind kostenlos.