Gegründet im November 1989 – Online-Ausgabe seit 2004Ausgabe Nr.128 - 12. April 2019

TRAFO - Modell für Kultur im Netz
Mitteilung aus unserer Nachbargemeinde in Ponitz

Wie lässt sich das Kulturangebot in ländlich geprägten Regionen und kleineren Städten weiterentwickeln? Und wie können sich Kulturinstitutionen vor Ort für neue Aufgaben, Inhalte und Kooperationen öffnen? Das Programm „TRAFO – Modelle für Kultur im Wandel“, eine Initiative der Kulturstiftung des Bundes. Sie unterstützt Regionen dabei, ihre Kulturorte und ihr Kulturangebot dauerhaft zu stärken.

Das Neue an diesem Programm ist, dass nicht die “Leuchttürme” weiter entwickelt werden sollen, sondern das “Zwischenland”, das die Zentren verbindet. Dazu das Medium Kultur als “Botschafter” einzusetzen, ist eine glückliche Idee.

Rückblick: Im Jahr 1994 starteten die Städte Crimmitschau, Glauchau, Meerane, Werdau und Zwickau unter Federführung der IHK Zwickau, gefördert vom Wirtschaftministerium Sachsen das “Regionalmarketing”. Hinzugezogen wurden auch die Städte Gößnitz, Schmölln und Altenburg. Die Politik (Bürgermeister und Wirtschaftsförderer) hatte den Hut auf. Es gab viele Aktivitäten aber einen Geburtsfehler: der ländliche Raum und die Bürger wurden nicht mit einbezogen. Die traditionsreiche Verbindung von der Stadt Meerane mit dem Dorf Ponitz war die Ausnahme und das über die Landesgrenze zwischen Sachsen und Thüringen hinweg!  Hierzu ist die Kultur im Renaissanceschloss Ponitz der Kitt oder, medizinisch ausgedrückt, das Bindegewebe.

Am 2. März 2019 landete der „fliegende Salon“ in Ponitz zu einer kulturellen Veranstaltung. Kulturschaffende des Altenburger Landes forderten die Einwohner des Dorfes auf, sich in die Veranstaltung mit einzubringen. So entstanden im Vorfeld Interviews mit Ponitzern aus allen Ortsteilen zur “Grenzfrage” Sachsen-Thüringen. Mit Schülern der Grundschule Ponitz wurde Dekoration für den Abend vorbereitet. Die Kindertrachtengruppe des Kultur- und Heimatvereins Ponitz zeigte Sketche in Altenburger Mundart. Neben Gästen von der Musikschule des Altenburger Landes und Künstlern des Theaters Altenburg-Gera  war auch die Ponitzer Schloss Band mit im Einsatz. Diese Veranstaltung war ein Pilotprojekt, Ideen zu entwickeln, die das Leben im ländlichen Raum lebenswerter machen können. Vorbild ist die Salonkultur des 19. Jahrhunderts. Hier trafen sich die Menschen bei gemeinsamer künstlerischer Betätigung (Musizieren, Lesungen, Handarbeiten etc.) zum Meinungsaustausch frei von gesellschaftlichen und ideellen Schranken. Der fliegende Salon ist zukunftsorientiert. Er will und wird Grenzen überwinden helfen.

Der Salon „fliegt“ von Ort zu Ort, animiert zum Mitmachen, aber auch zum Besuch von Theater oder Museen. So schlägt er eine lebendige Brücke zwischen Stadt und Land.
Im Rahmen eines Podiumsgesprächs tauschten sich an diesem Abend auch der Landrat des Altenburger Landes Uwe Melzer und die Bürgermeister von Ponitz und Meerane, Marcel Greunke und Professor Dr. Lothar Ungerer aus.

Der Initiative TRAFO (Transfomation) der Kulturstiftung des Bundes kann ein positiverer Effekt voraus gesagt werden als dem Regionalmarketing von 1994 bis 1997.   – o –


Wer erinnert sich noch an Helmut Steinmetz, genannt „Die Fusion“?

Als Verfechter von einem Großkreis "Mulde-Pleiße" besuchte Helmut Steinmetz in den 90er Jahren häufig die Bürgermeister in den Rathäusern von Altenburg, Schmölln, Gößnitz, Ponitz,Glauchau, Meerane, Crimmitschau, Werdau und auch Zwickau, um für seine Idee zu werben. Zuweilen knatterte sein alter Trabant auch mal nach Dienstschluss zuhause vorm Tor. Auf einer Pappe, so groß wie es die Ladefläche seines Kombi zuließ, war die Landkarte des Großkreises zu sehen. Er erläuterte nachdrücklich die Vorteile, die man durchaus sehen kann. Später gab es vom Pförtner den Warnruf: „Die Fusion ist im Haus!“ Im Crimmitschauer Rathaus bekam er sogar Hausverbot. Das neue Verwaltungszentrum sollte in der "Buttermilch" bei Ponitz sein. Damit war er nahe einer Vision, die Grenze zwischen Thüringen und Sachsen aufzuheben. Er war seiner Zeit voraus.  – o –


Leipziger Buchmesse 2019

Wo kommen all die vielen Bücher her? von Silvia Hengmith

Haben Sie sich das auch schon mal gefragt?
Ca. 90000 deutschsprachige Bücher kommen jedes Jahr zum Büchermeer hinzu. Würde man diese aufeinander stapeln, käme ein Turm von über
2 km Höhe zu Stande. Wohlgemerkt: jedes Jahr!
Dies will gehändelt sein!

Schauen wir uns das doch mal in ganz einfacher Form an:

Der Autor/die Autorin schreibt ein Buch. Der Verlag lektoriert dies und lässt es drucken – sagen wir mal 5000 Stück. Die Lagerkapazität des Verlags reicht für diese Anzahl meist nicht aus. Also müssen sie anderswo gelagert werden, bis sie verkauft sind. Dafür gibt es „Sammellager“, genannt Verlagsauslieferungen (mit oft sehr großer Lagerkapazität), welche dann auch die Auslieferung an die Verkaufsstellen übernehmen.
Wir als BuchhändlerInnen haben die Möglichkeit, unsere Ware dort einzukaufen, und viele von uns füllen von dort ihr Warenlager auf. 
Die Lieferung erfolgt meist nach ca. 3 – 5 Tagen.
Das ist prima, aber oft zu langsam.

Für die schnelle Variante (von heute auf morgen) gibt es also noch eine andere Lösung, genannt Zwischenbuchhandel.
Zwischenbuchhändler besitzen auch eine sehr große Lagerkapazität, (lagern viel weniger Exemplare ein und desselben Titels ein) und haben dadurch eine enorme Anzahl verschiedener Bücher vorrätig. Diese werden nach Bestellung durch die Buchhandlung über den sogenannten Bücherwagendienst über Nacht in den Buchhandlungen verteilt.
Das ist für uns BuchhändlerInnen und für Sie als KundInnen ein großes Glück, da im Normalfall wir BuchhändlerInnen das gewünschte heute für Sie bestellen und morgen können Sie es abholen.

Eine feine Sache, die uns wettbewerbsfähig gegenüber dem Onlinehandel hält.

Zwischenbuchhändler – auch Barsortimente genannt – gibt es in Deutschland drei große: KNV, Libri und Umbreit. Alle drei machen einen richtig guten Job und erleichtern uns BuchhändlerInnen den Arbeitsalltag enorm.

Einer davon (KNV) hat es jetzt als „Kippelnder Dominostein“ in die Spalten der „Freien Presse“ geschafft“ (FP 19. 03. 2019, Zwickauer Zeitung,
S. 19).
Das Bild, welches in dem Artikel gezeichnet wird, ist eher düster als hell. Dies ist nicht schön und, in meinen Augen, auch unnötig! Ja, die Erschütterung in der Branche ist groß, aber ich habe großes Vertrauen in die Arbeit des Insolvenzverwalters und bin guter Hoffnung, dass er das Unternehmen in trockene Tücher bekommen wird.
Zu Sache und Ursache der KNV-Insolvenz kann und will ich mich nicht äußern, da die Firma einfach riesig ist, und ich keinerlei Einblick in Struktur und Abläufe habe.

 Fakt ist aber, dass negative Schlagzeilen dem Buchhandel allgemein und speziell allen kleineren Buchhandlungen überhaupt nicht weiterhelfen.
Wir nämlich sind gern jeden Werktag für Sie da und bestellen heute, was Sie morgen abholen können.

Davon ganz abgesehen, halten wir ständig ca. 4500 Bücher in unserer Buchhandlung vor, die Sie sofort mit nach Hause nehmen können.

In diesem Sinne: Kommen Sie vorbei!

Silvia Hengmith
Buchhandlung Goerke
Markt 1
08393 Meerane
buchhandlung-goerke-meerane@gmx.de
Tel. 03764-4673
Fax 03764-796519
www.buchhandlung-meerane.de


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Informationen vom Förderkreis Friedhof Meerane e.V.
Innensanierung der Neuen Halle im Zeitplan

Die 127. Ausgabe vom mb erschien am 2. März. Die Arbeiten in der Halle gingen seitdem weiter rasant voran. Die Firma Leon=Restaurierung Denkmalpflege schaffte mit der Hubbühne der Firma Hölzel die Reinigung und Farbanstriche der Hallenkuppel und Wände bis zum 7. April  einschließlich der Wandreparaturen. Die letzten Handgriffe an den runden Fenstern übernahm die Tischlerei Ohl. Zeitgleich arbeiteten die Elektrofirma Schaarschmidt und die Heizungsfirma Meinhardt. In den Umgängen schloss die Firma Hollerung die Terrazzoarbeiten ab. Alle Schritte werden wieder für eine Ausstellung zum Abschluss der Innensanierung, wie schon nach der Außensanierung, im Bild festgehalten. Noch in dieser Woche wird der Hallenboden von der Firma STRABAG mit Gussasphalt egalisiert, auf dem das Linoleum (wie vor 100 Jahren) verlegt werden kann. Eingangsbereich, Beleuchtung, Umfeld der Halle und noch viele kleine Schritte folgen. Nach fast sieben Jahren soll die Sanierung der Neuen Friedhofshalle im Laufe dieses Sommers mit den Handwerkern, den Förderern und der Bürgerschaft in würdiger Form abgeschlossen werden.
Der Friedhof braucht weiter die Unterstützung des Förderkreises. Für 2020 hat der Vorstand die Fortführung der Sanierung der Alten Kapelle von 1873 im Blick.


Bautempo im Bildfestgehalten

Fotos: 2.3.4 Andreas Kretschel, 1.5.6.7 Peter u. Till Ohl

Einweisung auf der Hubbühne
Zwischenstand, an den Säulen noch die alte Farbe
Farbspritzprobe auf der Empore
Reinigen des Altarfensters
Fensterabschluss am 9.4.
Hallenboden am 10.
Einbringung der Dämmung am 11.

Fortsetzung der Spenderliste von 1649 - 1663

Bernhard und Lieselotte Neumann, Manfred und Waltraud Lau, Dr. Eckhard und Doris Beyer, Klaus und Erika Heinrich, Ulrich und Gerlinde Otto, Familie Kapferer (Meerane, Frankreich, London), Irene Siedlaczek, Gerhard und Marianne Keuche, Jürgen und Angelika Selbmann, Dr. Dietmar Walter, Erika Seidel, Lothar und Erika Urban, Hans-Peter und Gudrun Thost, Dr. Hans-Wolfgang und Brigitte Leber

Herzlichen Dank für Ihre Unterstützung der Hallensanierung!
Am 8. April2019 wurde mit der 1663. Spende eine Spendensumme von 174.153 € erreicht.

Konto für Ihre Spende: Förderkreis Friedhof Meerane e. V.  Sparkasse Chemnitz, IBAN: DE02 87050000 0710 0110 91 BIC: CHEKDE81XXX Zweck: Friedhofshalle.
Vorbereitete Formulare liegen in der Friedhofsverwaltung, im Pfarramt und in der Sparkasse


Einige Mitglieder vom Förderkreis Friedhof Meerane und vom Kirchenvorstand konnten Ende März zusammen mit Zwickauern an einer Busreise in die Hauptstadt teilnehmen. Bundestagsabgeordneter Carsten Körber, CDU, hatte Bürger aus seinem Wahlkreis dazu eingeladen. Die Führungen durch die Stasizentrale, den Bundesrat und den Bundestag sowie das Verteidigungsministerium gaben sehr interessante Einblicke in deren Arbeitsweise, die zum Verständnis von Abläufen, insbesondere auch in den straffen Zeitplan der Bundestagsabgeordneten ergaben. Verstanden wurde im ausführlichen Gespräch mit Herrn Körber, warum an den Plenarsitzungen des Bundestages, die im Fernsehen übertragen werden, oft so wenig Abgeordnete teilnehmen. Die Hauptarbeit findet in den 24 ständigen Ausschüssen statt. Im Plenum sitzen dann meist nur die Abgeordneten, deren Themen behandelt werden. Carsten Körber ist stellv. Mitglied im Haushaltausschuss, worüber auch unsere Fördermittel zur Hallensanierung laufen und im Ausschuss für Wirtschaft und Energie. Da das zu Fragen des Handwerkes, zu dem ich eine enge Verbindung pflege, passt, werde ich Herrn Körber im Sommer zu einer Gesprächsrunde mit den an der Sanierung beteiligten Handwerkern unserer Region einladen. – o –


Manchmal schließen sich die Kreise. von Peter Ohl

Am 4. April fand der Frühlingsempfang der Zwickauer Handwerkskammerim Alten Gasometer statt. Unsere hot and blue jazzband war für den musikalischen Hintergrund engagiert. So konnte ich die Rede des Präsidenten der Handwerkskammer Chemnitz, Frank Wagner hören und aufmerksam verfolgen.

Die Kernpunkte waren:

Angesichts des Lehrlingsmangels künftig Einführung eines Pflichtpraktikums für Schülerinnen und Schüler aller Schularten, Wert der dualen Ausbildung, Wiedereinführung der Meisterpflicht, Ausbau der Förderung für das Meisterstudium, Bürokratieabbau!

Darüber hinaus plädierte Wagner dafür, dass das Handwerk als „Kraft der Mitte“ seine „geballte gesellschaftliche Kraft nutze, damit viele Leute wählen gehen und mit Vernunft, Sachlichkeit und Respekt die Wahlentscheidungen am 26. Mai und 1. September prägen.“


Osterüberraschung für die Meeraner und ihre Gäste

Am Ostersonntag, 6:00 Uhr Osternacht auf dem Friedhof
mit Pfarrerin Birgit Birkner
Andacht erstmals wieder in der Neue Friedhofshalle

Foto: Birgit Birkner

Die Handwerker unter dem „Dirigat“ unserer Architektin, Elisabeth Scholz, und die Mitarbeiter des Friedhofs machen das möglich.

DANKE und FROHE OSTERN


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