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Virtuelle Ausgabe Nr. 63 vom 17. Dezember 2011
Alles schon Geschichte von Peter Ohl Elefanten, Zebras und Co. in MeeraneZirkus Weisheit auf Winterquartiersuche Die leeren Hallen der ehemaligen Meeraner Textilfirma DREWS schienen durchaus als Winterquartier für die Elefanten, Zebras und Kamele des Zirkus Weisheit geeignet. So kam mit dem Eigentümer der Hallen und Außenflächen ein Pachtvertrag zustande und der Zirkus zog Anfang Dezember komplett ein. Das rief die Stadtverwaltung auf den Plan. Zur Nutzungsänderung der Hallen fehlte der Bauantrag einschließlich Fluchtweg- und Brandschutzplan. Die Verwaltung mahnte zudem fehlende Bedingungen für Strom, Wasser und Abwasserentsorgung an (verwunderlich, denn in dem Textilbetrieb mit einer eigenen Kläranlage ist ein Strom- und Wassernetz wie kaum anderswo vorhanden). Die Nutzung wurde untersagt. Der Bürgermeister wollte den Zirkus nicht und unterstrich eine mangelnde Eignung mit der Abschaltung des Stroms durch die Stadtwerke und mit einer Weisung an den Wasserverband, das Wasser abzudrehen, die dieser nicht befolgte. Der Zirkus klagte, verlor und musste am 15. Dezember weiterziehen. Es gab einerseits viel Solidarität mit den Tieren unter den Bürgern und andererseits Polemik über Versäumnisse des Zirkus. Die Stadt Meerane ist formal im Recht. Das wird durch das OLG - Urteil bestätigt. Ob ihr Handeln auch angemessen war? Diese Frage steht im Raum. Wir erinnern uns: Meerane war schon mehrfach Gastgeber der „Ibug“, einer großartigen Veranstaltung bei der namhafte Graffiti - Sprayer aus aller Welt sich in zum Abriss vorgesehenen Industriebrachen treffen, um ihre eindrucksvollen Werke vergänglicher Kunst zu schaffen. Damit hat sich Meerane in der Szene einen Namen gemacht. Viele hundert Schaulustige stolpern zum Abschluss durch die Etagen der zu letztem Leben erwachten großen Ruinen. Hier hat die Verwaltung immer wieder Wege gesucht und gefunden, die sicherheitstechnisch mehr als bedenkliche Nutzung der Betriebsruinen zu genehmigen. Es ging, weil man es wollte.
Offener Brief zum Thema Zirkus Afrika in Meeranevon Stadtrat Sven Schilling am 12.12.2011 an Bürgermeister Prof. Dr.Lothar Ungerer Sehr geehrter Herr Prof. Dr. Ungerer! Da es vielleicht Meerane`s aktuell brisantestes Thema ist, bitte ich hiermit in einem Eilantrag, Vorweg bitte ich darauf hinweisen zu dürfen, dass bei der Chronologie des bisher Geschehenen und der Komplexität des gesamten Falles, der zugegebenerweise mittlerweile eine vertrackte Sache geworden ist, nicht ausschließlich, einseitig aus bürokratischer, verwaltungstechnischer Perspektive behandelt werden darf. Ich erinnere im Hinblick auf düstere vergangene Zeiten, dass es absolut tabu sein sollte, Menschen aus der Stadt zu vertreiben!! Man könnte für die Stadt Meerane mit einer alternativen Vorgehensweise, begleitet mit einer positiven Publicity zu einem respektablen Ansehen verhelfen, indem man etwas Nachsicht und Großzügigkeit walten lässt. Zugegebenerweise ist das Behandeln der Tiere in Zirkussen, allgemein tierschutzrechtlich etwas bedenklich. Aber gerade deshalb, ist Vorsicht angemahnt, mit dem Umgang der betreuenden Tierpfleger. Bei allen bisherigen Fakten, die durch Einzelgespräche mit den Parteien, teilweise aus Zeitungsmeldungen der Regionalpresse, aber auch über "Buschfunk" zum momentanen Wahrheitsstand zusammengelaufen sind, wäre es optimal, wenn allgemeine Entscheidungen erst einmal einen größeren Zeitrahmen zugebilligt bekämen. Aus baurechtlicher Sicht wird die Stadtverwaltung Meerane mit Sicherheit eine Nutzungsänderung zur Disposition stellen müssen. Insofern hätte ja auch Harry Weisheit mit seiner Crew noch etwas Zeit, all den Zahlungsverpflichtungen, die noch ausstehen, nachzukommen. Sehr geehrter Herr Bürgermeister, Hochachtungsvoll
Der Bürgermeister hat gewonnen - Meerane hat verloren„Die Stadt Meerane hat dem Zirkus Afrika zu Recht die Nutzung der ehemaligen Drews-Fabrikhalle untersagt. Das hat das Sächsische Oberverwaltungsgericht (OVG) laut Sprecher Peter Kober am Mittwoch entschieden. Es fehlten Baugenehmigung, dauerhafte Trinkwasser-, Abwasser- und Stromanschlüsse. Der Streit ist damit vorbei, der Beschluss ist unanfechtbar.“ *** Erinnerungen eines alten MeeranersGegen Ende des Krieges und auch noch zu der Zeit, als die Amerikaner in Meerane waren Bei Wikipedia ist unter Staatszirkus der DDR nachzulesen: Zirkus BuschDer Zirkus Busch hatte seinen ursprünglichen Sitz in Nürnberg, wo er 1919 von Jacob Busch (1879–1948) gegründet wurde. (Er ist nicht zu verwechseln mit dem von Paul Busch betriebenen Berliner Circus Busch.) Zum Ende des zweiten Weltkrieges befand sich der Zirkus in Meerane in Sachsen. Jacob Busch übergab das Unternehmen seinem Ziehsohn Fritz van der Heydt (1885–1951). Bereits im Herbst 1945 nahm der Zirkus in der SBZ (sowjetischen Besatzungszone) seinen Spielbetrieb wieder auf.
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