Gegründet im November 1989 – Online-Ausgabe seit 2004Ausgabe Nr. 145 - 18. Dezember 2020

Baum der Erkenntnis

Fotobearbeitung: Cuhle

Ursprünglich füllte die Adventszeit ein Gemisch aus Vorfreude und Sorgen: Eine Geburt stand bevor. Wird alles gut gehen? - Es ist gut gegangen, zumindest für den Moment. -
2020 Jahre später wieder die Frage: Wird es gut ausgehen? Wir können es nicht wissen.
Die ständig neuen Erkenntnisse in der Wissenschaft und die Erfahrungen in den Kliniken bei der Behandlung der Coronapatienten werden die Pandemie einschränken können.
Der Erfolg des jetzt von der Regierung angeordneten harten Lockdowns und seine Dauer hängen direkt von der Selbstdisziplin der Bürger ab. Querdenker torpedieren den Erfolg.

Singen wir diesmal zu Weihnachten bewusst: „O Tannenbaum, o Tannenbaum, dein Kleid will mich was lehren: Die Hoffnung und Beständigkeit gibt Trost und Kraft zu jeder Zeit.“

Ihnen ein besinnliches Weihnachtsfest in kleiner Runde
Ihr Dr. med. Peter Ohl

 


Eine Fußnote zu 30 Jahre Deutsche Einheit - 1990 bis 2020
von Peter Ohl

Im Zentrum der Wahrnehmung der Leistung der Ostdeutschen, der ehem. DDR-Bürger, steht die Friedliche Revolution von 1989, immer wieder. Was es aber bedeutet, von 1945 bis 1990 einen Teil unseres Landes unter den Bedingungen des Sozialismusexperiments erhalten zu haben, ist der bundesdeutschen Wahrnehmung weitgehend entgangen. DDR = Der Dämliche Rest. Wer nicht dazu gehören wollte oder gar drangsaliert wurde, flüchtete oder stellte Ausreiseanträge, darunter Unternehmer, Ingenieure, Wissenschaftler und Ärzte samt ihren Familien. Ihre Zahl belief sich auf rund 4 Millionen!
1990 hatte die DDR 16 Millionen Einwohner (WIKIPEDIA).
Jeder der Hiergebliebenen hatte seine eigene Lebensgeschichte. Die einen waren die überzeugten und die opportunistischen Mitglieder der SED mit Moskau im Rücken. Sie hatten das Sagen. Die Macher aber waren die Bürger. Verwurzelt in ihrer Heimat, sorgten sie mit ihrem Wissen und Können für den höchsten Wohlstand im Ostblock trotz der zentral gesteuerten Wirtschaft mit einem permanenten Mangel in vielen Bereichen. Daraus erwuchsen ein Erfindergeist und der besondere Zusammenhalt der Gemeinschaft, für den in einer Überflussgesellschaft keine Notwendigkeit besteht.
Das war unsere Stärke, die das Territorium Ostdeutschlands über Jahrzehnte für eine Wiedervereinigung tauglich erhielt, ohne diese Möglichkeit vor Augen gehabt zu haben. Diese immaterielle Stärke war den Westdeutschen nicht wahrnehmbar, weil in D-Mark nicht darzustellen. Selbst uns Ossis wurde es erst bewusst, als der Zusammenhalt fehlte.
Im Einigungsvertrag steht in der Eingangsformel: ... in dankbarem Respekt vor denen, die auf friedliche Weise der Freiheit zum Durchbruch verholfen haben,…
Das ist, wie ich eingangs geschrieben habe, die Reduzierung der Lebensleistung vieler ostdeutscher Bürgerinnen und Bürger auf die Friedliche Revolution vom Herbst 1989.
In der folgenden Periode des Übergangs in die Marktwirtschaft und Demokratie ging es dann darum, die politische Sachkenntnis eines Rechtsstaates mit den Erfahrungen vor Ort
zusammenzuführen. In der kommunalen Selbstverwaltung ist das meist gelungen. In der Wirtschaft lief die Privatisierung volkseigener Betriebe über die Treuhandanstalt, weil unkontrolliert, dagegen bald aus dem Ruder. Die Erfahrungen und Kenntnisse der alten Leiter und Ingenieure vor Ort wurden mit dem Argument der Staatsnähe undifferenziert beiseitegeschoben. In der Wissenschaft, Forschung und großen Kliniken war es ähnlich. Berufsbiografien hatten keinen Wert mehr. Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen (ABM) wurden zu AVM. Mit dem Arbeitsplatz wurde das Selbstwertgefühl vernichtet und oft klaglos ertragen. Ich weiß wovon ich rede. Als langjähriger Hausarzt und später Bürgermeister hatte ich Einblick in viele Familien und Betriebe. Wir wollten das Ende der DDR. Und wir fanden gute Freunde, die uns in die neue Zeit begleitet haben, und das auf Augenhöhe. Aber als Arzt sieht man auch die Anderen und kennt ihre Geschichten.

„Die Geschichte der Treuhandanstalt bildet ein wichtiges erinnerungskulturelles Element der Gegenwart, vor allem in Ostdeutschland. Ihre Rolle als Kristallisationspunkt für eine Selbstwahrnehmung als „Opfer“ ökonomischer und zugleich auch kultureller Umbrucherfahrungen sollte daher weiter sehr ernst genommen werden, nicht zuletzt im Kontext des gegenwärtig in allen westlichen Gesellschaften zu beobachtenden Risses zwischen „Gewinnern“ und „Verlierern“ von Liberalisierung und Globalisierung.“

Zitat aus: Kurzfassung der Studie zur Wahrnehmung und Bewertung der Arbeit der Treuhandanstalt, Ruhr-Universität Bochum, Prof. Dr. Constantin, Goschler, Marcus Böck, MA, 2017, Seite 12


Der Förderkreis Friedhof Meerane informiert
Außensanierung der Alten Kapelle, der 2. BA hat begonnen

Ausbau der Fenster durch die Tischlerei Holzspan, Großrückerswalde und Abschlagen des alten Putzes durch die Firma Stuck und Sanierung Behrend & Petzold, Glauchau

Ausbau der Tür durch die Tischlerei Neef, Glauchau und Sandstrahlen des Sockels durch die Firma Steinmetz Hollerung, Reichenbach. Bauzustand 15.12.2020. Fortsetzung 2021 Foto 1: Andreas Kretschel, Fotos 2,3,4: Peter Ohl


Fortsetzung der Spenderliste für die Alte Kapelle

Monika Meinhardt, Michael Bräutigam, Gerhard Fischer, Dr. Bodo und Inge Ueberfeld, Eberhard und Steffi Bräutigam, Christa Schendel, Heidemarie Wolf, Jens Dittrich und
Dr. Kathleen Dittrich Ueberfeld, Heidemarie Wolf, Hans-Joachim und Maria Werner, Christa Röblitz, Petra Drescher, Monika Richling (Frankfurt/Oder), Dipl. Med. Annelie Walter, Brigitte Köhler, Bernd und Marion Lange, Stephan, Frank und Birgit Hirtreiter, Bernd und Ines Skusa, Wolfgang und Renate Bauer, Andreas und Barbara Schmidt, Christine und Helmut Gnauck, Horst und Monika Laqua, Martina Hoffmann, Frank Sommerschuh, Petra und Ullrich Lorenz, Wolfgang und Birgit Werner, Klaus und Karin Walther, Henning und Brunhilde Günther, Stephan und Margrit Profe, Heiko Jürgen Krauss, Marita Richtsteiger, Hans-Werner Grotefendt (Lörrach), Rainer und Gabriele Buchwald, Elfriede Weigel, Wolfgang Bauer

Seit Januar 2020 wieder 176 Spenden mit einer Summe von 14.600 €
(Stand: 16.12. 2020)

Einen herzlichen Dank an alle, die sich in dieser Zeit durch unser gemeinsames Werk miteinander verbinden fühlen!

Das Jahr 2020 wurde nach der gelungenen Sanierung der Neuen Friedhofshalle für unseren Förderkreis zu einem Jahr der vielen kleinen Schritte auf dem Weg zum nächsten Ziel: die Fortsetzung der Sanierung der Alten Friedhofskapelle von 1873. Über jeden dieser Schritte wurde im Gemeindeboten, in der Freien Presse und im Meeraner Blatt berichtet. Die Bürgerschaft nahm das mit anhaltendem Interesse auf. Und obwohl erst Ende November mit den Bauarbeiten begonnen werden konnte, gingen seit Jahresanfang wieder kontinuierlich Spenden ein, im Schnitt drei pro Woche, und das trotz der allgegenwärtigen Corona Pandemie.
Der Arbeitstitel für die Sanierung der Alte Kapelle ist: „Ein Ort der Begegnung“.
Ein solcher Ort ist die Kapelle jetzt schon unsaniert, und so war sie vor fast 145 Jahren vom Meeraner Stadtbaumeister Bunge auch konzipiert mit der symbolträchtigen Verbindung von Viereck und Achteck. Doch 1925 wollte die Kirchgemeinde das Gebäude nach dem Bau der Neuen Halle abreißen lassen. 2013 gab es wieder ähnliche Gedanken. Die Kapelle hat dem widerstanden.

Unterstützt vom Förderkreis und über Sonderprogramme der Denkmalspflege von Bund und Land wurde 2015 das Dach erneuert, das Kreuz neu aufgesetzt.
Seitdem konnten die Bürger an den Tagen das offenen Denkmals diesen Ort der Begegnung, improvisiert als „Café zur Alten Kapelle“ begeistert erleben. Ausstellungen, Festsitzungen und 2020 seit vielen Jahrzehnten wieder eine Abendandacht nährten bei den Bürgern Visionen einer künftigen Nutzung.

Die vorab genannten kleinen Schritte bestanden aus Absprachen mit der Kirchgemeinde, aus den Planungen unseres Architekturbüros, aus Fördermittelanträgen und deren Gewährung, aus den eingehenden Spenden der Bürgerschaft, aus vielen persönlichen Kontakten und Gespräche, auch auf dem Friedhof, dann aus Ausschreibungen, Genehmigungen und aus der Zusammenarbeit mit den Handwerkern. Alles kleine Schritte, immer wieder begleitet von kleinen Freuden.
So werden wir gemeinsam aus der Alten Kapelle ein Schmuckstück schaffen.
Halten wir weiter Kontakt in kleinen Schritten mit Abstand und Geduld.

 

Bleiben Sie Gesund  

Konto für Ihre Spende: Förderkreis Friedhof Meerane e. V.
Sparkasse Chemnitz, IBAN: DE02 87050000 0710 0110 91 BIC: CHEKDE81XXX Zweck: Friedhofshalle.
Vorbereitete Formulare liegen in der Friedhofsverwaltung, im Pfarramt und in der Sparkasse. Der Verein ist anerkannt gemeinnützig. St. Nr. 227/141/07376, FA Zwickau, Bescheid vom 06.12.2018.

Förderkreis Friedhof Meerane e. V.
Vorsitzender: Dr. med. Peter Ohl, Bürgermeister a. D., Moeschlerweg 1a, 08393 Meerane, 
Tel. 03764 / 3959, Fax  03764 / 796764,  e-mail:  foerderkreis-friedhof-meerane@enviatel.net
Stellv. Vorsitzende: Dipl.-Ing. Elisabeth Scholz, Kirchenvorstand; Schatzmeister: Holger Köhler,
Sparkasse; Juristischer Berater: Dirk Noack, Rechtsanwalt;  Schriftführer: Uwe Horn, Friedhofsverwalter


Krippenspiel 2020


Die besondere Buchempfehlung

Cornel Stan, Energie versus Kohlendioxid, Springer Verlag
230 S. 9 Farbabbildungen, Bibliographien. ISBN 978-3-662-62705-1
Preis: 24.99 €
Der Autor formuliert Thesen, die meist überraschend sind, aber im Buch auf verständliche Weise begründet werden. Professor Cornel Stan hat Luft- und Raumfahrttechnik studiert und lehrte in Berkeley, Paris, Pisa und an weiteren Universitäten zwischen Transsylvanien und Galicien über Energieumwandlung und -anwendung im technischen Systemen, sowie über alternative Antriebe für Automobile Er leitete über zwei Jahrzehnte lang das Forschungs- und Transferzentrum an der Westsächsischen Hochschule Zwickau.

Buchbestellung in der Meeraner Buchhandlung Goercke am Markt, Tel. 03764/ 4673.
Nutzen Sie in der Zeit der Coronabeschränkungen die Freihauslieferung.
Erhalten wir unsere Buchhandlung vor Ort!
Der Springer-Verlag konnte in der letzten Minute vor dem Druck viele Illustrationen nicht übernehmen. Dafür sendete uns Prof. Cornel Stan exclusiv für das Meeraner Blatt den Link mit den Illustrationen: https://youtu.be/rjwxXtEVdtY?t=30.


Extratour

Am Stadtrand von Meerane wird es superschnell – vorerst jedoch ging im November / Dezember Am Sperlingsberg / Crotenlaider Weg die Verlegung des Glasfasernetzes für schnelles Internet mit flottem Tempo, viel Technik und nicht weniger notwendiger Handarbeit voran. Verkehrseinschränkungen blieben nicht aus, Post, Lieferservice, Pflegedienste etc. liefen weiter mit entsprechender Flexibilität der Beschäftigten. Nicht anders sah es bei den Entsorgungsunternehmen aus. In der Baustellensituation in der Crotenlaide mussten die Stellplätze der Abfalltonnen jedoch schon mal geändert werden, worauf die Baufirma in Merkzetteln hinwies.

Versäumten es Anwohner, die Tonnen ans Ende der Baustelle zu bringen, blieben diese stehen, da die großen Müllfahrzeuge nicht in die Straße fahren konnten. So passierte es letzten Dienstag mit vier Restmülltonnen im Crotenlaider Weg. Was tun? Der Abfallkalender des Landkreises Zwickau half weiter, dort finden sich neben Tipps in Sachen Abfall auch die Telefonnummern der jeweils zuständigen Entsorger. Mit einem Anruf in diesem Fall bei der Firma KECL in Glauchau fand sich eine Lösung. Nach freundlicher Beratung des dortigen Mitarbeiters wurde ein genauer Standort für die verspäteten Tonnen am nächsten Tag vereinbart und zugesagt, ein kleineres Fahrzeug auf Extratour zusätzlich zur eigentlichen Route in Richtung HOT zu schicken. Erleichterung bereits am nächsten Vormittag. Problem gelöst.

Ein Dankeschön dem Mann von KECL sowie auch allen anderen Mitarbeitern der Branche, denn die zu entsorgenden Abfallmengen aller Art schrumpfen dieser Tage überhaupt nicht, im Gegenteil. jw.


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