Gegründet im November 1989 – Online-Ausgabe seit 2004Ausgabe Nr.130 - 22. Juni 2019

Wahlergebnis der Stadtratswahl in Meerane am 26. Mai 2019, Wahlbeteiligung 69%

Quelle: Amtsblatt der Stadt Meerane Nr. 6 vom 15. Juni 2019


Überlegungen am Küchentisch von Peter und Heidi Ohl

Jede Regierungsbildung auf der Basis eine Koalition blendet für eine Wahlperiode die nicht daran beteiligten Parteien aus. Regierung (Spieler) und Opposition (Gegenspieler)
Nicht nur die Parteien der Opposition, sondern auch ihre Wähler sitzen dann für vier Jahre in der zweiten Reihe. „Opposition ist Mist“ sagte mal Müntefering. Opposition ist aber auch Frust. Ein Teil der Bevölkerung ist bei der direkten Regierungsarbeit ausgeblendet. Das kann rechnerisch bis fast fünfzig Prozent betragen. Kann man sich das heute noch leisten? Die Einteilung von Parteien und ihrer Anhänger in die Schubfächer Rechts – Mitte – Links oder in die Farbenlehre vernachlässigt die Buntheit innerhalb jeder Partei. Und sie stellt per Parteibuch den Artikel fünf des Grundgesetzes, die Meinungsfreiheit, unter Kuratel. Inklusion (Einbeziehung) statt Exklusion nicht nur in Schule und Bildung, sondern erst recht in der Politik. Wäre das auch für Sachsen / Deutschland eine Lösung? – Regieren mit wechselnden Mehrheiten von denen (Dänen), die mit guter politischer Streitkultur um Lösungen für die komplexen Probleme unserer Welt und Zeit ringen? Für das gescholtene Sachsen könnten wir uns vorstellen, diesen Kraftakt zu wagen und pauschale Feindbilder zu überwinden. Michael Kretschmer hat eine hohe Akzeptanz als Regierungschef in der Bevölkerung über sein Parteibuch hinaus.


Aus einem Schreiben an Michael Kretschmer, Ministerpräsident von Sachsen

Meerane, 12. Juni 2019

Sehr geehrter Herr Ministerpräsident,

… Ihr Engagement zum internationalen Wirtschaftsforum für Ihr Land Sachsen in Sankt Petersburg beeindruckt nachhaltig, weit über den politischen Mainstream hinaus. Wirtschaftspolitik ist Friedenspolitik. Mit Putin auf Augenhöhe zu sprechen, ihn als Partner anzuerkennen ist das, was ihm von westlicher Seite nie gewährt wurde, und da war die Krim noch lange kein Thema. Heute sind Sanktionen die Fortsetzung, die keinen glücklich machen.

So haben Sie, Herr Ministerpräsident, mutig einen Faden aufgenommen, der über die Wirtschaft Verständigungsprozesse der Regierungen auf eine neue Qualität in Augenhöhe heben kann:

  1. zwischen Dresden und Petersburg,
  2. über die gehegte Frontlinie, „Westliche Welt - Östliche Welt“ hinweg.

Mit vorzüglicher Hochachtung
Ihr

Anmerkung:
Die im Leserforum der Freie Presse vom 19. Juni 2019 zu diesem Thema abgedruckten Leserbriefe sind des Lesens wert. Sie gehörten auch in die FAZ, WELT, Zeit u. a.


Informationen vom Förderkreis Friedhof Meerane e.V.
Hauptsanierungsarbeiten an der Halle bald geschafft

Dankveranstaltung am 2. Juli 2019
für die Handwerker, die Förderer und die Bürgerschaft

wozu die Kirchgemeinde als Bauherr, die Friedhofsverwaltung und der Förderkreis herzliche einladen. Beginn 15.00 Uhr.
Carsten Körber, Bundestagsabgeordneter der CDU, ist unter den Gästen. Seit 2013 hat er die Sanierung der Halle als Vermittler der Fördermittel unterstützt. Ein Gespräch mit den Handwerkern ist im Programm.
Schmiedemeister Günter Oertel aus Blankenhain fertigt dann direkt vor der Halle 10 Nägel für den Frieden. Man kann mitschmieden und die Nägel erwerben oder jemandem widmen.
Der Erlös, mindestens 50 € pro Nagel, geht in die weitere Sanierung.
Umrahmt wird der Nachmittag vom Posaunenchor unter Kantor Ranft-Knopfe.
Für das leibliche Wohl wird gesorgt.
Schmieden für den Frieden (hier klicken)


Trauerfeiern seit dem 21. Juni 2019 wieder in der großen Friedhofshalle

Foto: Peter Ohl

Die erste Trauerfeier nach der Innensanierung wird in die Geschichte der Neuen Friedhofshalle eingehen. Genau vor fünf Monaten, am 21. Januar 2019 begann dieser 3. Bauabschnitt. Bauherrin ist die Kirchgemeinde St. Martin als Friedhofsträger. Vorgegeben war ein straffer Zeitplan für die umfangreichen Arbeiten, an denen zahlreiche Handwerksbetriebe aus der Region unter Regie der Architektin Elisabeth Scholz beteiligt waren. Der Förderkreis Friedhof Meerane und viele Bürger verfolgten das Geschehen aufmerksam. Nun erstrahlt dieses historische Gebäude von 1914 in alter Schönheit. Die Neue Friedhofshalle ist mehr als ein Denkmal europäischer Baugeschichte. Sie symbolisiert in Meerane die Schwelle zwischen Leben und Tod in einem, von unseren Vorfahren geschaffenen, sehr würdevollen Rahmen.  –o–


Ein großes Dankeschön 
an die Mitarbeiter des Friedhofs und Mitglieder des Förderkreises für den „Festtagsputz“ der Halle vor den ersten Trauerfeiern am 21.6.19
 
Helfer vom Förderkreis:
Petra Drescher, Magda Pohlers, Andrea Illgen, Heidi Ohl, v. l.

Foto: Uwe Horn


Fortsetzung der Spenderliste von Spende 1682 – 1686

Irene Kurth, Regina Buhrke, Dieter und Gisela Hummel, Vera Willig, Traudel Schneider (Bamberg)

Herzlichen Dank für Ihre Unterstützung der Hallensanierung!
Spendensumme am 20.06.2019: 175.398 €

Die Sanierung des Hauptbaukörpers ist geschafft. Die Arbeiten an den Nebenräumen, im Umfeld von Neuer Halle und an der Alten Kapelle werden weiter  im Blickfeld der Bürger und des Förderkreises bleiben. Auch das schaffen wir noch! – Ihr Dr. med. Peter Ohl

Konto für Ihre Spende: Förderkreis Friedhof Meerane e. V.
Sparkasse Chemnitz, IBAN: DE02 87050000 0710 0110 91 BIC: CHEKDE81XXX Zweck: Friedhofshalle.
Vorbereitete Formulare liegen in der Friedhofsverwaltung, im Pfarramt und in der Sparkasse


Candida Berger im Familiengrab Dietrich beigesetzt.

Am 14. Juni wurde die Urne von C. B., wie ihre Freunden sie nannten, in Meerane beigesetzt. Die Trauergäste aus Aalen, wo sie viele Jahre wohnte, konnten an diesem Tag die Neue Friedhofshalle schon vor dem Abschluss der Sanierung in Augenschein nehmen. Frau Berger brachte sich als gebürtige Meeranerin immer wieder mit Spenden für diese Sanierung ein. Schon seit 1990 setzten Candida Berger und ihr 2011 verstorbener Mann Manfred viele kulturelle Impulse in Meerane, so in der Galerie Art In (Marienstraße 22), in der Fördergemeinschaft Mehr Meerane und im Kunstverein. Daraus erwuchsen viele Freundschaften und Verbindungen.

Die bemerkenswerte Grabstelle mit der Gaia kann nun zum Pilgerort für Meeraner werden, die die Nachricht aus Aalen zum Beisetzungstermin nicht erreichte. (Gaia ist eine der ersten Gottheiten in der griechischen Mythologie, die Erdgöttin. Sie ist die personifizierte Erde, sie ist die Gebärerin, lebenserzeugende, lebenstragende, nährenden Erde sowie die beseelte Erdenmutter. Sie ist Mutter Erde als Göttin. Wikipedia)


Uns erreichte die Nachricht  vom Tod des Altmeeraners Siegfried Götz, (23. Juni 1935 – 28. April 2019) der viele Jahren in der Schweiz lebend nie den Kontakt zu seiner Heimatstadt Meerane abreißen ließ.

Unser herzliches Beileid gilt seiner Frau Ruth und der Familie – Förderkreis Friedhof Meerane e. e. V.


Gedenkstein für MR Dr. med. Hanns Lutter

Auf dem Meeraner Friedhof wurde jetzt der Grabstein von Dr. Hanns Lutter gegenüber des früheren Familiengrabes als Gedenkstein aufgestellt und mit einer erklärenden Tafel versehen.
Damit erinnern seine noch lebenden ehemaligen Kollegen an sein Wirken für das Gesundheitswesen, insbesondere für das Krankenhaus in unserer Stadt.


Klavierkonzert in der Pestalozzischule Meerane

Zu einem Klavierkonzert der besonderen Art trafen sich am Donnerstag, dem 20.06.2019 etwa 50 Zuhörer in der wunderschönen Aula der Pestalozzischule Meerane. Es waren Eltern, Großeltern, Geschwister und Freunde von 12 jungen Pianisten, die Rechenschaft über ihre Fortschritte im Klavierunterricht ablegen wollten. Frau Claudia Röller, die Klavierlehrerin, hatte eingeladen, und es wurde eine gelungene Veranstaltung. Von den Kleinsten, die noch in die erste Klasse gehen, bis zu den Größeren, die schon einige Jahre Unterricht hinter sich haben, hörten die Anwesenden ein vielseitiges Programm. Das ging von Volksliedern über Bach, Chopin und Schumann und anderen bis hin zum Pop. Auch wenn manch kleiner Fehler sich einschlich, war es doch sehr gelungen und wurde mit viel Beifall der Zuhörer bedacht. Es ist immer wieder schön zu sehen, dss Kinder in ihrer Freizeit mit viel Fleiß ein solches Hobby pflegen. Dank an die Eltern, die ihre Kinder darin voll unterstützen. Einen großen Dank aber auch Frau Röller, die mit viel Geduld und Liebe zur Musik diesen Abend mit ihren Schülern gestalten konnte.

Hans-Joachim Werner


hot and blue Jazzband
im Renaissanceschloss Ponitz
Sonnabend, 6. Juli 2019, Beginn 19:30 Uhr

Der Eintrittspreis fließt in die weitere Sanierung des Schlosses


25 Jahre Hochzeitswald Meerane

Am 8. Mai 1994 pflanzten Bürger von Meerane bei Kaiserwetter  die ersten 36 Bäume im Gewerbegebiet Südwest. Das war der Start für unseren Hochzeitswald, der mit über 500 Bäumen längst zu einem Wald im Sinne von Wilhelm Wunderlich herangewachsen ist. Ausführlich schrieb dazu Juliane Weiss im MEERANE BLATT Nr. 235 vom 13.05.1994.


Zuschrift aus dem Kursana Domizil Meerane vom 20. Juni 2019

Der Personalmangel in der Pflege ist derzeit ein großes Thema. Die Mitarbeiter in der Pflege stehen nicht oft im Mittelpunkt des medialen Interesses. Aber sie sind die stillen Helden des Alltags.
Der Print- und TV-Journalist Thomas Gillmeister aus Leipzig und die Fotografin Kerstin Dölitzsch aus Leipzig haben die Pflegedienstleiterin Heike Hartmann vom Kursana Domizil Meerane, Haus Hirschgrund, porträtiert. Heike Hartmann (50) kümmert sich seit über 20 Jahren um Bewohner mit Demenz.

Die Demenz-Versteherin
Stille Heldin des Alltags: Heike Hartmann

Meerane. Sie machen kein großes Aufsehen um ihre Arbeit. Aber würde es sie nicht geben, wäre der Aufschrei groß: die stillen Helden im Alltag. Heike Hartmann (50) ist eine von ihnen. Sie pflegt seit über 20 Jahren Demenzkranke. Ein harter Job für Körper und Geist. Ihr Antrieb: Sie möchte Demenzkranken ein Zuhause geben. In der Villa „Hirschgrund“ in Meerane lebt ein Robbenbaby. Es ist 60 Zentimeter groß und drei Kilogramm schwer. Pflegerin Heike gibt es Bewohnerin Ingrid (61) in die Hand und animiert dazu, die Robbe namens Paro zu streicheln. „Tiere mögen sie ja unheimlich gern. Sie haben doch viele Jahre einen Hundepflegesalon geführt“, versucht Heike an die Biografie der Bewohnerin anzuknüpfen. Ingrid überlegt, lächelt und streichelt das süße Felltier. Das dankt mit launigem Fiepen und rührendem Augenaufschlag. Paro ist ein Plüschroboter, eine therapeutische Sensorik-Puppe. Sie wurde extra für demenzkranke Menschen in Japan entwickelt. Mit ihrer Hilfe kann Heike eine Brücke zu in sich gekehrten Demenzkranken aufbauen und bei ihnen positive Emotionen und Erinnerungen hervorrufen. Das ganze Kursana-Pflegeheim Haus „Hirschgrund“ aus dem 19. Jahrhundert ist gegen das Vergessen ausgestaltet. In den Treppenaufgängen lächeln Theo Lingen und Hans Albers auf vergilbten Fotografien. In gemütlichen Sitzecken verbreiten nostalgische Möbel einen Hauch von anno dunnemals. „Diese Erinnerungskultur ist für das Wohlfühlen und Nachdenken der Bewohner ganz wichtig“, erzählt die Pflegedienstleiterin. Zusammen mit ihren Kollegen betreut sie 45 Demenzkranke. Dabei versucht sie, auf jeden einzelnen Betroffenen einzugehen

Margot (89) war beispielsweise Schneiderin. Noch heute macht ihr es Spaß, einfach so an der Nähmaschine zu sitzen und Garn zu sortieren. Dabei fragt die Pflegerin, wo genau die ehemalige Handwerkerin gearbeitet hat. Auch das trainiert das Gedächtnis der Demenzkranken. „Wir müssen immer wieder an die Prägungszeit anknüpfen“, beschreibt die geduldige Sächsin. Eine Erinnerungstafel hilft ihr dabei. „Dort haben wir für jeden einzelnen Bewohner festgehalten, mit welchem Thema, mit welcher Aktivität es möglich ist, ihn aufzumuntern oder in Konfliktsituationen zu beruhigen.“ In einer Storybox können Mitarbeiter Geschichten aus dem Leben der Bewohner einwerfen, die sie bei ihrer täglichen Arbeit oder in Gesprächen mit Verwandten mitbekommen. „Die Episoden lesen wir regelmäßig in unserer Fallkonferenz vor, damit alle Kollegen über die Lebensläufe im Bilde sind und richtig reagieren können“, erläutert die Expertin. Seit der Wende arbeitet die gelernte Krankenschwester im Kursana Pflegeheim in Meerane. Inzwischen besitzt sie eine gerontopsychiatrische Zusatzqualifikation, um Menschen mit Demenz fachgerecht betreuen und pflegen zu können. Die Bewohner sind mittlerweile zu ihrer zweiten Familie geworden. Sport und ihre eigene Familie geben der stillen Heldin für ihre Herzensarbeit Kraft und Nervenstärke.

Thomas Gillmeister


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