Gegründet im November 1989 – Online-Ausgabe seit 2004Ausgabe Nr.96 - 03. Dezember 2015

Virtuelle Ausgabe Nr. 96 (713) vom 03. Dezember 2015

Helmut Schmidt

Sein Vermächtnis bleibt

Helmut Schmidt

1918 - 2015

Auf der Suche nach einer öffentlichen Moral“, signiert am 29.10.1999
nach einem Vortrag vor Bürgermeistern zur Beiratssitzung der Thüga in München
(Die angerissene Reyno ligths wurde mein Souvenir vom Abend im Königshof. Peter Ohl)

 


 

Auf der Sitzung des Stadtrates notiert

Erhöhung der Kreisumlage als größtes Sorgenkind der Stadt

Rund ein Dutzend Zuhörer interessierte sich für die Stadtratssitzung am 17. November 2015. Um die „Forstliche Wirtschaftsplanung 2016 für den Wald der Stadt Meerane“ ging es im Tagesordnungspunkt 3. Wenn diese Arbeiten abgeschlossen sind, bedeutet dies auch das Ende der 10-jährigen forstwirtschaftlichen Planung für die Stadt, die dann eine weitere 10-Jahres-Planung aufstellen wird. Revierförsterin Janina Albrecht erläuterte, dass mit Holzeinschlagsmaßnahmen in den Mittelberganlagen die Durchforstung vollendet wird. Es handelt sich um einen fast reinen Laubholzbestand, die Bäume stehen allerdings extrem eng, Dünnere Stämme werden entfernt, damit die großen Bäume wachsen können. Da es sich um Wald handelt, wo jeder aufpassen muss, wenn ein Ast unten liegt, und nicht um einen Park, kann auch Totholz stehen und liegen bleiben, das als ein besonderes Biotop Moosen, Flechten, Tieren einen besonderen Nahrungsraum bietet. Die schönen dicken Buchen, die typisch sind in den Mittelberganlagen von Meerane bleiben übrigens erhalten. Im Plan sind auch Wegebaumaßnahmen vorgesehen, wenn durch die schweren Maschinen Schäden aufgetreten sind. Der Stadtrat stimmte der Beschlussvorlage einstimmig zu.

Stadträtin Sabine Martens wollte anschließend noch wissen, wieso am Ententeich im Wilhelm-Wunderlich-Park gleich 4 Schilder auf das Hundebadeverbot hinweisen – eines hätte doch genügt. Außerdem herrsche dort Leinenzwang. Dazu der Bürgermeister - der Ententeich ist kein Hundebadeteich, man habe sogar schon Hunde beobachtet, die mit Leine baden würden.

Tagesordnungspunkt 4 beschäftigte sich mit der Sanierung des Volkshauses. Vom Bund sei kurzfristig ein Programm aufgelegt worden, das gut zu den Sanierungsvorhaben resp. der Nutzung des Volkshauses passe und für das sich die Stadt bewerben wolle. Der Fördermittelantrag sei gestellt und müsse aber noch durch den Stadtrat beschlossen werden, erläuterte der Bürgermeister. Das Programm laufe bis 2018, erst 2016 würde sich entscheiden, welche Kommunen infrage kommen. Dann erst könne der richtige Antrag auf den Weg gebracht werden. Es gab einige Nachfragen dazu. Stadtrat Klaus Jalowietzki wollte wissen, ob dies den fraktionsübergreifenden Antrag zur Sanierung der Stadthalle berühre. Er erinnere sich noch, wie der Bürgermeister auf der Satzung damals das Volkshaus plötzlich wie einen Joker ins Gespräch brachte (MB berichtete in Nummer 90 vom 07.05.2015). Der Bürgermeister stellte fest, dass der Stadt die Liegenschaft Volkshaus zugesprochen wurde und die Sanierung auf jeden Fall durchgeführt werden muss. In der Beschlussvorlage gehe es nur um einen Fördermittelantrag. Die Frage, ob nicht auch für die Stadthalle ein Antrag möglich sei, beantwortet der Bürgermeister, in dem Projekt gehe es um 140 Millionen bundesweit. Die Sanierung der Stadthalle würde 6,5 Millionen kosten, beim Volkshaus ginge es um 1 Million, weshalb man eine größere Chance sehe. Die Stadträte Karl-Heinz Liebezeit und Wolf-Dieter Stöckel sahen die Kommune in der Pflicht, das Förderprogrammes zu nutzen, um das denkmalgeschützte Volkshaus zu erhalten. Aber auch die Stadthalle müsse saniert werden. Der Beschluss fiel dann wieder einstimmig.

Die Pflicht zur Lärmkartierung ergibt sich aus dem Gesetz und den Vorgaben des Freistaates, Für Meerane gilt es, Geräuschbelastung von 6,5 km an der A 4, B 93 und Teilen der S 288 zu kartieren. Der Sächsische Städte- und Gemeindetag schloss mit dem Freistaat einen Rahmenvertrag ab, dem die Gemeinden beitreten können, um die Lärmkartierung für alle zu organisieren. Es wird von den beigetreten Kommunen eine Umlage in Höhe von 600 € pro Kilometer erhoben. Mit einer Enthaltung wurde beschlossen, dem Rahmenvertrag Lärmkartierung 2017 beizutreten.

Einstimmig fielen die Beschlüsse zu den Tagesordnungspunkten 6 und 7 aus, so dass die örtliche Prüfung 2015 des Eigenbetriebes Meeraner Stadttechnik durch die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Verhülsdonk & Partner, die überörtliche Prüfung die Gesellschaft B & P GmbH erfolgen werden.

Bei Bekanntgaben und Anfragen nannte der Bürgermeister die Erhöhung der Kreisumlage für 2016, die der Kreistag am 09.12.2015 beschließen will, das größte Sorgenkind der Stadt. Die Umlage soll von 31,83 auf 32,83 Prozent erhöht werden. Die Kreisumlage beträgt 2015 4,25 Millionen € und würde 2016 auf 4,8 Millionen steigen und eine Erhöhung um 11,5 Prozent bedeuten. 2011 betrug die Umlage 255 € pro Einwohner, 2015 waren es 283 € und 2016 sollen es 323 € pro Einwohner sein und somit eine Steigerung um 21 Prozent.

Weiter Themen waren die Müllabfuhr im Seiferitzer Anteil, ein Spielplatz an der Oststraße / Remser Weg (dazu gäbe es bereits Vorgespräche), die Parkplatzsituation am Simmel-Markt. Stadtrat Matthias Ulbricht erkundigte sich, wann nach der erfolgten Einführung des Tablet-Systems für die Stadträte mit dem Bürgerinfosystem zu rechnen sei. Der Bürgermeister sagte, dies sei in Vorbereitung und solle im Januar / Februar 2016 realisiert sein. jw.

 


Vortrag von Joachim Krause in der Stadtbibliothek Meerane am 28.10.2015 zur Dokumentation „Entlassung der Lehrer Kuske und Klee 1933 an der Oberrealschule in Meerane“

Im Rahmen seiner Recherchen zu heimatgeschichtlichen Beiträgen ist Joachim Krause aus Schönberg auf die Akte zur Entlassung der Lehrer Kuske und Klee 1933 im Kreisarchiv gestoßen und hat dieses Ereignis sowie die Hintergründe in Form einer Dokumentation (die beim Herausgeber gegen ein geringes Salär erworben werden kann) aufgearbeitet.
Hintergrund für diese Entlassungsaktion von 2 Lehrern an der Oberrealschule in Meerane ist die Machtergreifung der Nationalsozialisten 1933 und der unmittelbare Erlaß von Gesetzen – u. a. Ermächtigungsgesetz, Gleichschaltungsgesetz, Gesetz zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums vom 07.04.1933 -, der es den NS-Machthabern insbesondere bezogen auf das zuletzt angeführte Gesetz erlaubte, jüdische und politisch mißliebige Beamte aus dem aktiven Dienst zu entfernen.
Die Besonderheit bei der Entlassungskampagne gegen die beiden Lehrer besteht darin, daß der Anstoß nicht von der zuständigen Schulbehörde kam, sondern von der Ortsgruppe der NSDAP bereits Mitte März 1933 und demnach Wochen vor der Gesetzgebung des Deutschen Reiches.
Unter Heranziehung fadenscheiniger Gründe zu der Gesinnung der betroffenen Lehrer (politische Nähe zu SPD, KPD sowie Kirchenaustritt) sowie deren Umsetzung im Unterricht wurde eine regelrechte Hetzaktion geführt und von Schulbehörde einschließlich des Sächsischen Ministeriums für Volksbildung umgesetzt.
Hinzu kommt ein denunziatorischer Brief an das Volksbildungsministerium von einer Gruppe „besorgter und wohlgesinnter Bürger von Meerane“ (…. wohlgemerkt 2 Tage nach dem Antrag der Ortsgruppe der NSDAP zur Suspendierung der beiden Lehrer) mit der Schlußbemerkung „ ... wenn eine Amtsenthebung nicht erfolgen kann, müßte eine zwangsweise Versetzung dieser Gesinnungslumpen erfolgen …
Im Fazit wurden die Lehrer Kuske und Klee, obwohl ihnen die zur Last gelegten Vorwürfe und Verfehlungen nicht nachgewiesen werden konnten, von der Oberrealschule Meerane entlassen und das Entlassungsschreiben wurde nicht von der zuständigen Schulbehörde ausgestellt, sondern vom sächsischen NSDAP-Gauleiter Mutschmann!
Ein Paradebeispiel von vorauseilenden Gehorsam, Opportunismus und Denunziation „besorgter und bestens gesinnter Bürger“, wie es bei Vorliegen entsprechender Voraussetzungen auch in anderen Gesellschaftssystemen geschehen ist und weiter geschehen wird.
Ein eindrucksvoller Vortrag von Joachim Krause in seiner ihm eigenen angenehmen und erläuternden Art.

November 2015

Gottfried Dombrowski, Meerane


Historische Tafel AmtsgerichtGedenktafel Amtsgericht

Gedenktafel Speziallager MühlbergAm Meeraner Vereinshaus, dem ehemaligen Amtsgericht in der Amtsstraße 5, wurde am 19. November 2015 eine Gedenktafel der Stadt Meerane enthüllt, die an das Schicksal von Meeraner Jugendlichen erinnert, die 1945 vom sowjetischen Geheimdienst im Amtsgericht inhaftiert wurden. Von dort aus kamen sie in Speziallager. Einige von ihnen wurden sogar nach Sibirien verschleppt wurden.
Anlässlich der Gedenkstunde an diesem Tag waren die vonJohannes Groschwitz gestalteten Ausstellungstafeln zu diesem Thema zu sehen.
Als Betroffener und Zeitzeuge war auch Werner Keller gekommen, vielen Meeranern aus seiner langjährigen Tätigkeit als Lehrer bekannt.

 

 

 

 

 

 

1995 veröffentlichte das Meeraner Blatt in fünf Fortsetzungen (07., 14., 21., 28. April und 05. Mai 1995) die Erinnerungen von Herrn Werner Keller, die hier noch einmal nachzulesen sind.

Artikel 1

Artikel

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Kultur

 

Peter Schönhoff


Für Hilmar Kayser

Im Laufe der Jahre und Ereignisse verwischen die Anfänge, sie werden aufgelöst und keiner fragt mehr danach. Die Anfänge der Meeraner Kunstoffensive nach dem II. Weltkrieg sind untrennbar mit dem Namen Hilmar Kayser verbunden, es gab darüber hinaus Leute, die als Maler und Grafiker das Ihre taten wie Rolf Krug, Richard Fritzsche u.a.. Hilmar Kayser, der Bühnenbildner vom Karli-Haus, hat auf Beschluß und mit Förderung des Kulturbundes des Kreises Glauchau die Kleine Galerie im Karl-Liebknecht -Haus Meerane eingerichtet. Damit bestand endlich eine Galerie, die ständig wechselnde Ausstellungen bieten konnte. In den siebzigern waren auf Drängen des Kulturbundes der DDR plötzlich überall sogenannte “Kleine Galerien” entstanden, unter denen die Meeraner Galerie einen, besonders unter Künstlern, hoch geachteten Platz einnahm. Jaja, ich weiß, tausend Neunmalkluge werden jetzt Argumente anbringen, dass die SED-Leute diese Galerien nicht aus Menschenfreundlichkeit … usw.. Wir wissen das selber und dennoch war die Meeraner Kleine Galerie ein Ort, an dem Meinungen und Kunst aufeinander trafen, ein Ort, der ohne verdeckte Ermittler während der Vernissagen nicht auskam, ein Ort, der über die Ausstellungseröffnungen hinaus Wochenendveranstaltungen bot u.a. mit dem in Ungnade gefallenen Diether Schmidt aus Dresden, Ausstellungen der Arbeiten von Karl-Friedrich Claus, Robert Rehfeld, Volker Stelzmann - kurz der gesamten führenden und nicht bitterfeldenden Künstlerschar des deutschen Ostens. Ich habe Hilmar Kaysers außerordentliches Engagement einige Jahre mit erlebt. Er “schmiß den Laden” als Einzelkämpfer mit einer manchmal naiven Unerschrockenheit und lahmte erst, als er nicht mehr Einzelkämpfer sein durfte. Wir, die wir ihm zur Seite standen, werden H.K. nicht vergessen.

 

Einladung kleine Galerie

Einladung zur 78, Ausstellung im Oktober 1981. Gestaltung Hilmar Kayser

 

Logo Meeraner Kunstverein

 

 

Holzgestalten

ANJA WERNER
HOLZGESTALTEN

Ausstellung
18.11.2015 – 10.01.2016

Galerie ART IN Meerane Markt 1
geöffnet Di bis Do 14 bis 18 Uhr
So 14 bis 17 Uhr (außer feiertags)

 

 

 

 

 

 

 

 


 

Zum Adventskonzert der Kreismusikschule „Clara Wiek“ am 28. November 2015 in der Galerie ART IN bereiteten die Musikschüler mit ihren Lehrern dem zahlreichen Publikum große Freude. In dem zweistündigen Programm zeigten die Musikschüler an ihren Instrumenten solistisch, im Ensemble und als Chor ihr Können. Den Eltern, den Lehrern der Musikschule und den Kindern hier einen großen Dank. Eine musische Ausbildung ist für das ganze Leben von großer Bedeutung

 

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MEERANER BLATT
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