Gegründet im November 1989 – Online-Ausgabe seit 2004Ausgabe Nr.51 - 10. Dezember 2010

Virtuelle Ausgabe Nr. 51 vom 10. Dezember 2010

 

Meeraner Kaleidoskop

 

Karte Teichplatz MeeraneMit dieser in Holz geschnittenen Ansicht vom Ensemble am Meeraner Teichplatz lassen sich in diesem Jahr stilvolle Weihnachtsgrüße in alle Welt versenden.
Die Postkarte bezieht sich auf konkrete Gestaltungsentwürfe in der Stadt aus dem Jahr 2003. Der "Gambrinus" (rechts) wurde im Zusammenhang mit dem Treppenbau nach Abriss fast originalgetreu wiedererstellt. Jetzt geht es um die Gestaltung des Gebäudes links der "Italienischen Treppe".

 


(Erwerben kann man diese Postkarte im Deko-Handel Meuschke in der Annenstraße/Ecke Inneren Crimmitschauer Straße)

 

Weihnachten
von Kurt Gilmer, Meerane


In den Straßen glänzen matt
der Asphalt und die Steine
An keinem Baume hängt ein Blatt,
die Luft ist kalt und reine.

Kein Hund heut in den Gassen bellt,
nicht einer will heut` stören
und plötzlich Schnee hernieder fällt ,
man kann es beinah hören.

Von Ferne klingen Glocken: drei,
als wollten sie dir sagen:
heut` wird die Erde wieder frei,
auch du darfst nicht verzagen!

 

So wie der Schnee vom Himmel fällt,
hier glitzert, glänzet und verweht
so ist der Mensch: er kommt und geht,
auch wenn´ s ihm gerade nicht gefällt.

Darum sollte man an allen Tagen -
und ist der Alltag noch so trist -
sich achten, lieben und vertragen,
auch wenn es manchmal schwierig ist.

Doch heute lebt die Welt in Frieden
und jeder spricht nur mit Bedacht:
Wir danken – uns ist erneut beschieden
eine frohe Weihnacht.

Die Kerzen leuchten und wir singen
und überall die Glocken klingen;
vernimm, wenn Du nicht tauber Ohren bist,
der Engel Gesang, dass Christ geboren ist!


 

 

***

Offener Brief an den Bürgermeister der Stadt Meerane

Herrn Bürgermeister
Prof. Dr. Lothar Ungerer
Lörracher Platz 1
08393 Meerane


                                                                                                                                                10. Dezember 2010

Sehr geehrter Herr Bürgermeister,


wenn man über Jahrzehnte mit der Stadt und vielen ihrer Bürger verbunden ist, endet die Anteilnahme am öffentlichen Geschehen nicht mit dem Ausscheiden aus dem Beruf oder einem Amt. Insofern erlaube ich mir Ihnen diese Zeilen als offenen Brief zu senden. Ich habe Sorge, dass meine Meinungsäußerungen zur Stadtentwicklung der letzten Jahre miss gedeutet werden.
Ihre und meine Wertung der Dinge liegen oft auseinander. Das mag seine Gründe haben, ist hier aber nicht das Thema. Wenn es jedoch um Gestaltungen geht, mit Auswirkungen, die weit in die Zukunft reichen, dürfte zwischen Ihnen als Amtsinhaber und mir als Bürger zumindest ein Dialog in der Sache möglich sein.
Mir geht es um verändernde Eingriffe in die historische Meeraner Bausubstanz, wie jetzt wieder am Teichplatz in Angriff genommen, die zu unwiederbringlichen Verlusten führen. Dabei sehe ich mich mit meiner Einschätzung nicht allein.
Die Veröffentlichung im Meeraner Blatt zu diesem Vorhaben haben zahlreiche Bürger zur Feder greifen lassen. Zugleich wurde damit ein Defizit an frühzeitiger öffentlicher Information der Bürger sichtbar. Darin ist vielleicht sogar ein wesentlicher Grund der derzeitigen Spannungen zu suchen. Inwieweit zumindest bei einem Teil der Stadträte auch ein Informationsdefizit über das Bauvorhaben bestand und die Beschlüsse evt. nicht rechtsgültig gefasst wurden, können Sie, bzw. die Kommunalaufsicht bewerten.
Neben dieser rechtlichen Bewertung des Verfahrens steht aber nun für die Bürger die Frage, ob Sie an der vorgesehenen Gestaltung des Gebäudes festhalten werden und wie Sie diese begründen wollen. Ein nachträglicher Baubeschluss im Stadtrat würde nur den Schwarzen Peter verschieben. Soweit bis jetzt bekannt ist, wurde architektonischer und städteplanerischer Sach- und Fachverstand, auf den Sie sich berufen könnten, bisher nicht einbezogen. Hier nachzubessern ist m. E. unausweichlich.
Einen weiteren Verlust von historischer Bausubstanz wird der Totalabriss des Meeraner Bahnhofs Anfang 2011 bringen.
Hier können Sie sich auf große Mehrheiten im Stadtrat und ein komfortables Förderprogramm berufen. Aber auch hier muss man das Fehlen von denkmalspflegerischer und stadtplanerischer Überlegung registrieren. Meerane kann sich solche Verluste nicht leisten. Der Erhalt wenigstens des Porticus vom Bahnhofsgebäude aus den 30er Jahren würde schon eine Hommage an die Stadt Meerane sein.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. med. Peter Ohl
Altbürgermeister der Stadt Meerane

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Kultur

 

In ehrendem Gedenken an den in Meerane geborenen
Kunstmaler Alexander Koch

Für immer ruhen nun seine Hände, die so viele schöne Bilder schufen. Geboren am 18. Juli 1925 und aufgewachsen in Meerane, nach dem Kriegsdienst vom Technischen Zeichner zum Dekorateur gewechselt, begann er schon sehr früh mit der Malerei. Getreu dem Grundsatz ´Genie ist ein Prozent Eingebung und Neunundneunzig Prozent Schweiß' verstand er es, sein Talent als wirtschaftliche Grundlage für seine Familie einerseits und zur Freude von Kunstliebhabern andererseits zu nutzen. In den 50iger Jahren übersiedelte er nach Hannover. Vom fahrenden Künstler, über ein eigenes Atelier arbeitete er sich langsam empor. Dabei halfen ihm neben Talent und Fleiß auch sein Humor und seine Art, auf Menschen einzugehen.

Alexander KochUnter den Namen "Rene" und dem Vertrieb über die Galerie Karstadt erzielte er später Erfolge, die den Grundstock für weitere selbständige Malerei bildeten. In Nienstedt fand er im Jahre 1969 ein neues Zuhause. Anerkennung wurde ihm auch durch die Einladung zu Ausstellungen im Ausland und die Nennung im Europäischen Künstlerlexikon entgegengebracht. Mit seiner Heimatstadt fühlte er sich bis zum Lebensende innig verbunden, weil er so viele gute Erinnerungen an seine Kindheit und Jugend hatte und hier seine Verwandten sowie langjährigen Freunde gelebt haben und leben.
So mancher Bürger der Stadt nennt eines der Kunstwerke sein Eigen und möge sich täglich daran erfreuen. Das ist der wohl schönste Lohn für einen Künstler, Freude zu bereiten und damit in Erinnerung zu bleiben.

Er verstarb im 85. Lebensjahr in Nienstedt/ Bad Münder, wo er auf den Friedhof in Nienstedt seine letzte Ruhe gefunden hat.
Seine Grabplatte ziert der Spruch: "Etwas wird bleiben"

Uns bleibt die stete Erinnerung an einen liebevollen Ehemann, Vater, Verwandten und Freund.

Bilder Alexander Koch

Diese Bilder sandte Isabela Koch aus dem Nachlass Ihres Mannes an das mb

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Leserbriefe

 

05.12.2010

Sehr geehrte Redaktionsmitarbeiter,

wir wünschen Ihnen eine schöne Adventszeit, sowie ruhige, besinnliche und frohe Weihnachtstage. Möge all Ihre Schaffenskraft nicht nachlassen, nicht zuletzt im Interesse aller Meeraner Bürgerinnen und Bürger.
In Bayern sagt man so deutlich: "Mach´s Maul auf, wenn´st was zu sagen hast!"
Das wünschen wir uns auch weiterhin vom Meeraner Blatt!!!
Offen und informativ und manchmal auch überraschend sind die Veröffentlichungen von Leserbriefen.
Das zeigt uns immer wieder, dass es unseren Mitbürgerinnen und Mitbürgern nicht egal ist, was in der Stadt und mit der Stadt geschieht! Bitte weiter so! Wir wünschen Allen eine gute Zeit, ein schönes, friedliches neues Jahr, sowie Gesundheit und Gelassenheit!

Mit freundlichen Grüßen - Kurt & Marion Gilmer, Meerane

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Buchempfehlungen

 

Götz W. Werner, Grundeinkommen für alle, Verlag Kiepenheuer & Witsch, 221 Seiten
ISBN 978-3-462-03775-3
Der Autor, Gründer der dm-Drogerie, sagt: "Einkommen ist ein Bürgerrecht, Vollbeschäftigung eine Illusion." Gegeben werden Denkanstöße zur Umkehr in unseren sozialen Sicherungssystemen. Dieses Thema ist auch Gegenstand einer Petition vom 8.11.2010 an den Bundestag. Die Chancen für ein bedingungsloses Grundeinkommen sind gering, aber die Diskussion wird weiter gehen.

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Fragen zur Sanierung der Meeraner Innenstadt

In der Meeraner Zeitung Nr. 114 liegt ein Fragebogen der Stadt bei zum Thema INSEK - Integriertes Städtebauliches Entwicklungskonzept (gelobt sei das Zeitalter der Abkürzungen).
Die Platzierung der Fragen zur Sanierung der Innenstadt an erster Stelle ist ein Ausdruck für die Bedeutung der damit zusammenhängenden Maßnahmen, die weit in die Zukunft reichen.

Wurde das Stadtbild unserer einstige Ackerbürgerstadt mit der Industrialisierung von immer mehr Fabrikgebäuden bis hinein ins Zentrum geprägt, erlebten wir nach 1990 einen beispiellosen Niedergang der Textil- und Fahrzeugindustrie. Manch mögliche Nachnutzung und damit der Erhalt wertvoller Industriearchitektur (z.B. Fa. Reinhold in der Augasse) wurden durch übertriebene Preisvorstellungen der Treuhandanstalt zunichte gemacht. Preisnachlässe kamen um Jahre zu spät. Andere Fabrikgebäude und Wohnhäuser verschwanden still. Manches harrt noch der Bagger, deren Einsatz, weil hoch gefördert, eine Neubebauung für Jahre untersagt. So bleiben Flächen, zunächst als Wunden, die, über Jahre der Natur zurück gegeben, verheilen werden. Das Meeraner Stadtbild ist in grundlegender Wandlung begriffen.

Trotz schon erkennbarer guter Ansätze (Produktionsbereiche der IFA in der Leipziger Straße, am Rotenberg und in der Waldenburger Straße, im Bereich der ehemaligen Axa oder der Palla in der Poststraße, weiter Abrisse sind in Planung) ist es mehr als verständlich, dass die Meeraner der alten und mittleren Generation das Abrissgeschehen zuweilen zwiespältig betrachten. Mit den "alten Buden" verbinden sich ihre Erinnerungen an ihr Arbeitsleben, an Gemeinschaften, die es heute so nicht mehr geben kann.
Die Blicke auf die Arbeitsbedingungen (im Industriemuseum Crimmitschau wird dieses Flair der Nachwelt bewahrt), sind oft verklärt. Konnte man doch in der Kittelschürze mal schnell von der Maschine weg, den Einkaufszettel der Kollegen in der Hand, um beim Fleischer oder nach Bettwäsche anzustehen. Der Tauschhandel blühte. "Es gab alles." Axa-Gurken gegen Trabant Ersatzteile, Bretter gegen Gefälligkeitsfahrten mit dem volkseigenen Firmentransporter u. v. a. m. "Aus den Betrieben ist noch viel mehr herauszuholen" (Zitat W. Ulbricht)

Wie dem auch sei. Die junge, "Nachwendegeneration", kennt nicht das alte Meerane mit seinem mittelalterlichen Flair. Darum gilt es umso mehr das Bewusstsein, in einer über 800-jährigen Stadt zu leben, für die Nachwelt zu erhalten und zu fördern. Aus einem guten Geschichtsverständnis für die Heimatstadt erwächst die Verpflichtung, das wenige, was noch Zeugnis von diesen langen Wurzeln ablegt, zu bewahren. Ein Hinweis auf alte Stadtbilder im Archiv des Museums kann dafür nur Ergänzung sein. Altes Gemäuer muss man mit den Augen abtasten und mit den Händen berühren, sogar riechen könne. Das ist Heimat!
Nicht nur unsere Kirche und das alte Rathaus, auch manches Haus, was dazwischen und darum herum liegt, kann Geborgenheit vermitteln, Geborgenheit, die der Meeraner ebenso spüren wird wie der Besucher der Stadt.

Aus diesem Grunde kann nur eine dringende Bitte an den Bürgermeister und den Stadtrat gehen: dem Teichplatz in Meerane nicht sein durch die Treppe aufgewertetes unverwechselbares Flair zu nehmen. Alle bisherigen Beschlüsse dazu, wie auch immer zustande gekommen, sind letztlich Menschenwerk und modifizierbar.
Ein nochmaliges ergebnisoffenes Befassen des Rates mit der Bebauung links der Treppe würde viel bewirken. Die zahlreichen Zuschriften zu der Gestaltung sind Ausdruck des großen Interesses der Öffentlichkeit an dieser "Guten Stube" unserer Stadt. Die Geschmäcker sind verschieden.
Bei der Lösung der Frage, welche Gestaltung an diesem exponierten Ort auch in Zukunft Bestand haben wird, ist architektonisches Fachwissen gefragt und die Erfahrung guter Stadtplaner. Öffentliche Räume sind quasi die Zimmer einer Stadt. – o -


Doch zurück zum Fragebogen in der MZ und der Revitalisierung der Innenstadt

Auch der geplante Skulpturenpark auf der Abrissfläche zwischen Poststraße und Wehrgasse zeigt sich schon in seiner Grundanlage. Das Gelände ist profiliert. Die ersten Bäume sind noch vor dem ersten Schnee vom städtischen Werkhof und dem Meeraner Bürgerverein gepflanzt (auch schon große Exemplare wurden umgesetzt).
Darüber ragt wie ein Burg die Wohnanlage mit Türmchen in der Torgasse wie eine Kulisse auf.

Noch einsam und mehr provisorisch wurde eine kunstvoll gefertigte Bank aus dem Holz einer städtischen Eiche aufgestellt.

Die Bank ist eine Dauerleihgabe von Tischlermeister Till Ohl, Tettau und soll die Besucher des Skulpturenparks zum Verweilen einladen.

BankSkulpturenpark Meerane
Die Bank noch in der Werkstatt in TettauDer Anfang ist gemacht. 2011 geht es weiter

***

Meerane Anfang der 30er Jahre (Ausschnitt)

Meerane Anfang der 30er Jahre (Ausschnitt)

Auf dem Pharus Plan der Stadt Meerane aus dem Jahr 1935 ist unschwer die Dichte der Fabrikgebäude im Stadtzentrum (gelb) neben den öffentlichen Gebäuden (rot) zu erkennen.

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Reminiszenz an die Ansiedlung der Firma BROSE in Meerane im Jahr 1997

Meerane (22.11.2010). Das Brose Werk in Meerane/Sachsen belegt beim diesjährigen Wettbewerb um den Ludwig-Erhard Preis (LEP) den 3. Platz. Zu diesem Ergebnis kam die Initiative LEP, der die Ludwig-Erhard-Stiftung, die Deutsche Gesellschaft für Qualität (DGQ) sowie der Verein Deutscher Ingenieure (VDI) angehören. Die deutschen Spitzenverbände würdigen seit 1997 unter der Schirmherrschaft des Bundesministers für Wirtschaft und Technologie alljährlich Unternehmen und Organisationen, die über einen besonders hohen organisatorischen Reifegrad verfügen.

Mehr unter: www.brose.com


BROSE ist dem Wahlspruch zum ersten Spatenstich bis auf den heutigen Tag treu geblieben.

Brose

G. Dombrowski (Mesteg) und Dr. Ohl beim Start             Erster Spatenstich im Gewerbegebiet Südwest
in Nobitz zur Vertragsunterzeichnung in Coburg              am 21. Mai 1996. Produktionsbeginn 1996

Offizielle Werkseröffnung des Brosewerkes in Meerane am 18. November 1997

Offizielle Werkseröffnung des Brosewerkes in Meerane am 18. November 1997
v.l.: BM Dr. Ohl; erster Meeraner Geschäftsführer J. Otto; G.G. Heuss, VW Sachsen

Jürgen Otto übernahm 2006 in Coburg die Gesamtleitung der Brosegruppe weltweit von Michael Stoscheck, einem Schwiegersohn der Firmengründerfamilie Brose
 

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Statistik bei Strato über die Nutzung des Meeraner Blatts, Stand 6.12.2010

Strato-Statistik

 

 

Short statistics for December 2010

 

 

 

 

 

 

Month

Hits

Files

Pageviews

Sessions

KBytes sent

 

 

 

 

 

 

December 2010

6847

5418

590

610

71863

November 2010

44985

36875

3346

3287

602035

October 2010

32875

28196

2478

2489

496954

September 2010

32681

28102

2559

2509

462993

August 2010

28129

23992

1912

2312

433530

July 2010

27328

23716

1782

2085

396722

June 2010

27892

24507

1783

2314

386156

May 2010

39230

33628

2647

2978

591420

April 2010

32834

28448

2232

3142

484531

March 2010

40407

34530

2639

3292

521960

February 2010

29579

26271

2070

2331

435563

January 2010

33478

29218

1996

2281

508284

 

 

 

 

 

 

Total

376265

322901

26034

29630

5392008

 

 

 

 

 

 

Average

31355

26908

2169

2469

449334

Auch 2010 hat das Meeraner Blatt im Internet wieder viele neue Leser gefunden.
Wer nicht schon seit 2004 dazu gehört, der sei auf die Nr. 1 hingewiesen,
wo das Anliegen des mb formuliert ist. Nicht jeder Leser greift zur Feder, aber es werden immer mehr, die das mb als Plattform für ihre freie Meinungsäußerung wählen.

 

Kontakt

 

Ihre Zuschriften an das Meeraner Blatt senden Sie bitte an:

Redaktion Meeraner Blatt, Moeschlerweg 1 a, 08393 Meerane
e-mail post@meeranerblatt.de Fax 03764 / 796764

 

Impressum

 

Verantwortlich: Dr. med. Peter Ohl
MEERANER BLATT
Redaktion 08393 Meerane
Moeschlerweg 1 a
Erscheint kostenlos unter www.meeranerblatt.de über Internet in loser Folge

 

Aktuell berichtet

 

Neues aus dem Posteingang post@meeranerblatt.de

12.12.2010

Zum offenen Brief von Dr. Peter Ohl im "Meeraner Blatt" !

Lieber Leser

Ich gebe mein großes Pionierehrenwort, dass ich nicht zu einer Meinung befragt wurde noch genötigt und schon gar nicht bezahlt werde. Dennoch werden viele Leute wissen, dass die Schönhoffs und Ohls seit Jahrhunderten eine feste Freundschaft verbindet und die ist bedingungslos. Deshalb möchte ich ein offenes Wort zu Peters offenem Brief sagen. Der ist deshalb so klug, weil der Verfasser das Problem an der Wurzel packt. Es ist das Defizit an praktischer Demokratie, nicht die Empörung der Meeraner über irgendeine zu füllende Baulücke. Eine Stadt wächst eben im Laufe ihrer Geschichte oder sie fällt zusammen. Meistens aber verändert sie sich. Das ist völlig normal. Und manchmal verändert sie sich zum Besseren. Aber was ist das Bessere? Ist es die Erhaltung, Bewahrung des trauten Heims mit Klo auf der Treppe, die Beschwörung der heimlichen Gässchen, das Widerbeleben der kleinen Stadt, die endlich schlafen gehen will? Die alten Meeraner erkennen ihre Stadt kaum wieder, sagen manche Leute, es ist alles anders geworden. Die ganz jungen Bürger werden mit dieser anderen Stadt erwachsen, sie werden sich im Museum oder bei der Oma die Bilder vom alten Meerane ansehen und werden sagen: na gucke, so war das mal. Dann werden sie auf der italienischen Treppe am Meeraner Teichplatz stehen und werden sagen, so wie in Siena isses trotzdem nicht und früher, hat meine Oma gesagt, hätte man auf den Ernst Thälmann gucken können, der so aussah, als hätte er in die Hose…, sie wissen schon, wie der wohl dastand. Die Figur war künstlerisch völlig missglückt und deshalb ist es gut, dass sie nicht mehr da steht. Die Treppe ist zwei Nummern zu groß, aber nicht mehr abzureißen und wenn man mitten auf dem Platz steht und das sehr deutsche Idyll Pfarrhaus mit seinem Fachwerk betrachtet und die in Rudimenten zu erahnende romanische Herkunft von Sankt Martin und daneben den niedlichen Gambrinus und links die Gründerzeitfassaden, kann man sich schon grämen, dass da diese Treppe ist. Aber Schwamm drüber, nicht aber über den berechtigten Unmut der Bürger. Die Stadt ist ihre Heimat und noch mehr soll davon nicht verloren gehen. Sie wollen zu Recht mitreden dürfen und dafür, weil ja nicht alle gleichzeitig reden können, haben sie sich ihre Vertreter ins Stadtparlament gewählt. Und mir scheint, da waren einige sehr redefaul, vielleicht haben sie sich nicht gekümmert und nicht gedacht, dass sie etwas sagen müßten, vielleicht ist manchem gar nicht im Traum eingefallen, dass es da ein Problem geben könnte und mir scheint, als hätte der Bürgermeister so etwas billigend in Kauf genommen, anstatt zu seinen unabhängigen Stadträten zu sagen, nu sagt endlich mal was, iss ja schließlich eure Stadt. Darin liegt das Defizit, das ich meine.

Peter Schönhoff, Niederschindmaas

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12.12.2010

Welche Möglichkeiten sehen Sie zur Unterstützung behinderter Mitbürger in Meerane?

Zuarbeit aus der Sicht eines sehgeschädigten Bürgers der Stadt Meerane.

Hilfe bei Einkäufen aller Art.
Gute Erfahrungen gibt es mit dem Simmelmarkt. Es ist selbstverständlich, dass eine Angestellte bereit ist, mit durch den Einkaufsmarkt zu gehen.

Dietmar Mehnert, Meerane

***

Meeraner Weihnachtsmarkt 2010 auf dem Teichplatz - Treffpunkt für Jung und Alt

Meeraner Weihnachtsmarkt 2010 auf dem Teichplatz
Foto: R.Linke