Gegründet im November 1989 – Online-Ausgabe seit 2004Ausgabe Nr.34 - 13. März 2008

Virtuelle Ausgabe Nr. 34 vom 13. März  2008

 

Meeraner Kaleidoskop

 

Luzie in Gosel

"Im Märzen der Bauer...", Luzie in Gosel bei der Frühjahrsbestellung (Foto von 2002)

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Auf der Stadtratssitzung vom 26. Februar 2008 notiert

Nutzungskonzept und Fassadengestaltung für Kaufhaus am Markt

Viele Besucher, aber laut Tagesordnung keine Einwohnerfragestunde.

Im Meeraner Gewerbegebiet Süd-West mit rund 3 000 Arbeitsplätzen soll ein Kindergarten entstehen. Überlegungen zu einem solchen Gewerbegebietskindergarten gab es in der Verwaltung seit längerer Zeit; Landkreis und Landesjugendamt befürworten das Pilotprojekt, und Betriebe signalisieren Interesse und Unterstützung. Man erwartet von einer Kindertagesstätte eine weitere Stärkung des Standortes. Bedarf sei für 60 Kinder ermittelt, die Kita soll aber zunächst für 40 Mädchen und Jungen entstehen und auf die Bedürfnisse von Leuten zugeschnitten sein, die von 6.00 bis 22.00 Uhr arbeiten, im Handel zum Beispiel. Als Partner für Bau und als Träger habe man das Christliche Jugenddorfwerk ausgewählt. Eine Vertreterin des CJD Zwickau erläuterte ausführlich die Arbeit des CJD. Die Kita mit religionspädagogischem Ansatz werde flexible, bedarfsorientierte Öffnungszeiten haben und in einzelnen Fällen sogar Tagesmütter für die Betreuung einsetzen. Das Gebäude soll neben dem Hotel Meerane auf einer Fläche von 5 000 Quadratmetern entstehen, eine spätere Erweiterung möglich sein. Die finanzielle Belastung für die Eltern im Rahmen der Kernöffnungszeit entspricht übrigens der der anderen Kitas der Stadt. Die Zustimmung fiel einstimmig aus.

Die Bibliothek bekommt quasi ein Pendant - auf dem Dach des Kaufhauses am Markt wird sich künftig ein ähnlich aussehendes Türmchen (Staffelgeschoß) befinden wie auf der Bibliothek. Darin soll eine Praxis (mit drei Behandlungszimmern) einziehen. Das 2. Obergeschoß präsentiert Ausstellungen über Werner Bochmann und Erich Knauf und bietet Platz für ein größeres Depot, in dem der musikalische Nachlaß von Werner Bochmann eingelagert wird, den ein Musikfachmann aufarbeiten soll. Eine weitere Ausstellungsetage gibt es im 1. Obergeschoß, und im Erdgeschoß finden künftig zwei Geschäfte ein Domizil. Das Haus erhält einen behindertengerechten Aufzug. Keller werden nicht genutzt. Bis auf die Bochmann-Ausstellung erfuhr die Öffentlichkeit nicht, wer die künftigen Nutzer sind. Darüber wurde vermutlich im nichtöffentlichen Teil gesprochen. Ein Stadtrat, der im Zusammenhang mit Ausstellungsflächen im 1. Obergeschoß, eine Frage zur Galerie Art In stellen wollte, wurde vom Bürgermeister darauf hingewiesen, daß man in einer öffentlichen Sitzung sei. Vorgestellt wurde das Sanierungsprojekt vom Bauplanungsbüro List & Partner Meerane. Die künftige Fassade prägen Fenster- und Türöffnungen. So ist geplant, die Fensterformate des 1. Obergeschosses nach unten zu verlängern, die des 2. Obergeschosses entsprechend anzupassen, auf der Seite zur Marienstraße zusätzliche Fenster einzubauen, und für das Erdgeschoß Fensterformate mit Oberlicht zur natürlichen Belüftung zu verwenden. Anstelle der Betonelemente wird eine Wärmeschutzdämmung eingebaut. Die Stadträte billigten bei 1 Enthaltung die Vorlage zum Sanierungsprojekt "Kaufhaus am Markt" - Beschluß des Nutzungskonzeptes und der Fassadengestaltung. Die Farbkonzeption allerdings blieb noch offen, über sie wird später endgültig beraten und beschlossen.

Keinen Diskussionsbedarf hatte der Stadtrat bei den Tagesordnungspunkten 5 und 6, in denen es um die Geschäftsordnung und die Eröffnungsbilanz des Eigenbetriebes "Meeraner Stadttechnik" ging. Beides wurde einstimmig beschlossen; ebenso die Bestellung einer Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, die Wahl der Mitglieder des Gemeindewahlausschusses für die Bürgermeister-, Landrats und Kreistagswahl am 08.06.2008 (Vorsitzende: Iris Berger) sowie die Widmung des Verbindungsweges zwischen Stadionallee und Schmiederstraße als beschränkt öffentlicher Weg namens "Schmiederweg" (135 Meter lang, asphaltiert, in gutem Zustand).

Um die Zukunft des Bahnhofes drehte sich der vorletzte Tagesordnungspunkt. Es gebe jetzt ein konkretes Angebot der Bahn zum Verkauf des Geländes am Bahnhof und Güterschuppen an die Stadt. Problematisch sei einerseits, daß auf Bahnseite mehrere Partner unter einen Hut gebracht werden müßten und andererseits der noch auf dem Bahnhof tätige Fahrdienstleiter noch einige Jahre bleibt - bis die Strecke elektronisch von Leipzig aus gesteuert werden kann. Die Bahn plane neuerdings in Meerane einem Mittelbahnsteig, von dem aus Reisende in die Züge auf Gleis 1 bzw. 2 einsteigen können. Meerane verfolge weiterhin den Plan einer Schnittstelle Bahn - Bus. Der Bus soll bis 1.50 Meter an die Gleise heranfahren. Das Bahnhofsgebäude sei auf keinen Fall zu retten. Mit einem Tag des offenen Bahnhofs sollen sich die Meeraner in absehbarer Zeit davon überzeugen können. Für Erwerb, Abbruch und Gestaltung der Schnittstelle hofft man auf Fördermittel vom Regierungspräsidium. jw.

Bahnhof MeeraneBahnhof Meerane

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"Sächsische Biografie" mit Bochmann, Knauf und Röbbecke

1997 beschloß der Sächsische Landtag die Gründung des Institutes für Sächsische Geschichte und Volkskunde e. V. , Dresden, das Grundlagenforschung zur sächsischen Landesgeschichte betreibt. Die Homepage unter www.isgv.de aufzurufen, lohnt sich für historisch Interessierte. Zu den Projekten auf dem Gebiet der Volkskunde zählt beispielsweise "100 Jahre Landesverein Sächsischer Heimatschutz", zu denen der sächsischen Geschichte u. a. "Die Geschichte des Augustiner-Chorherrenstiftes St. Afra in Meißen". Das Institut gibt Zeitschriften und Schriftenreihen heraus, so "Schriften zur sächsischen Geschichte und Volkskunde" oder "Spurensuche. Geschichte und Kultur Sachsens". Außerdem führt man Veranstaltungen durch; am 27. und 28. März beispielsweise lautet in Dresden das Thema "Zwischen Emotion und Kalkül. 'Heimat' als Argument im Prozess der Moderne". Unter dem Schwerpunkt Online-Publikationen bietet das ISGV Dresden: Digitales Bildarchiv, Sächsische Biografie, Codex Diplomaticus Saxoniae Regiae, Repertorium Saxonicum und Historisches Ortsverzeichnis von Sachsen.

8 856 Personeneinträge und 532 Artikel sind gegenwärtig in der Sächsischen Biografie zu finden, zu der es auf der Homepage heißt: Dieses "Online-Lexikon bietet die Lebensdaten bedeutender Frauen und Männer aus verschiedenen Lebensbereichen sowie erste vollständige Kurzbiografien. Der Bestand wird sukzessive erweitert. Im Vergleich zu den großen nationalen Lexika geht es der 'Sächsischen Biographie' auch um das Erinnern an weniger prominente bzw. vergessene Personen, die dennoch bleibende Spuren in der Sächsischen Geschichte hinterlassen haben."

Bis vor kurzem fanden Meeraner in der Sächsischen Biografie drei der hierorts "berühmt" genannten Söhne unserer Stadt: Otto Griebel, Richard Hofmann und Friedrich Eduard Bilz. Eine Nachfrage der Verfasserin Anfang Februar 08 beim Institut, ob nicht auch Werner Bochmann, Ralph Arthur Roberts, Erich Knauf, Moritz Röbbecke sowie Christian Ernst Friederici und Christian Gottfried Friederici aufgenommen werden könnten und sollten, wurde positiv beschieden. Frank Metasch, Wissenschaftlicher Mitarbeiter, bedankte sich für die Personenvorschläge: "Wir haben die von Ihnen vorgeschlagenen Personen in unser Lexikon mit aufgenommen. Bei der nächsten Aktualisierung können Sie zumindest schon einmal deren biografische Grunddaten in unserer Datenbank finden." - Die Aktualisierung erfolgte, und die Meeraner sind in der Sächsischen Biografie erwähnt. jw.


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Im Blatt geblättert

ALS PARKHOTEL wurde die ehemalige "Parkschänke" am 15. März 1993 eröffnet. Erste Gäste der Familie Wolf, so stand es im MB Nr. 174, waren alle am Bau Beteiligten. "Die Eröffnungsfeier wurde von den 'Hammond Masters' musikalisch umrahmt. Für einen angenehmen Aufenthalt im Hotel wurden und werden große Anstrengungen unternommen. Noch zu erwähnen ist: Der Seniorchef, Henry K. Wolf, überregional als Kunstschaffender bekannt, hat allen Räumlichkeiten durch seine Bilder ein unverwechselbares Gepräge gegeben." - Anno 2008 hängen in den Räumen des Parkhotels übrigens sehenswerte Meeraner Stadtansichten von Henry K. Wolf. Ein Beispiel war im MB von 22. Dezember 2007 zu sehen.

DAS HOTEL SCHWANEFELD lud rund vier Wochen später, am 14. April 1993, zur Eröffnung nach Abschluß des ersten Bauabschnittes ein. Laut MB Nr. 181 ist "der Unternehmergeist des Inhabers, Andreas Barth, geradezu sprichwörtlich. Er erkannte, daß speziell im Bereich der Hotellerie hier in der Region ein großes Manko besteht. Dies war Anstoß genug, aus dem Gasthof Schwanefeld das Hotel Schwanefeld entstehen zu lassen. Im ersten Bauabschnitt entstanden 3 Restaurants - die Kutscherstube, das Restaurant und der Salon, der auch als Tagungsraum genutzt werden kann."

IM HOTEL ZUR EICHE zog am 11. Juni 1993 erneut gastronomisches Leben ein. Der VEB Textilwerke Palla nutzte das Gebäude vorher jahrelang. Dort befand sich zum Beispiel eine Ausnäherei und die Datenerfassungsstelle. Im Gaststättenraum lagerte die Ausrüstung der Kampfgruppe. Das MB Nr. 188 hielt damals fest: "Ehemaliges Ausflugs- und Landgasthotel 'Deutsche Eiche' wieder geöffnet". Nach siebenmonatiger Bauzeit übrigens. Es entstand "...ein weiteres Juwel in der Meeraner Gastronomie. Restaurant und Hotelzimmer strahlen ein besonderes Flair aus."

DIE POSTLEITZAHL 08393 für Meerane gibt es, nachzulesen im MB Nr. 189 vom 25. Juni 1993, seit 15 Jahren. Das Postleitzahlenbuch erhielten damals alle Haushalte gratis - im Gegensatz zur Neuauflage, die heutzutage bezahlt werden muß. Meerane hatte im Lauf derJahre mehrere Postleitzahlen. An die 10 b können sich nur noch die Älteren erinnern. "9612 mit dem Zusatz DDR gab es ... vor der Wende. Kurz nach der Bundesrepublik (alt) nämlich, die anno 1961 als erste Post der Welt die 4stelligen Zahlen einführte ..., zog die Republik Ost mit eigenem Zahlenwerk nach, was nach der Wiedervereinigung natürlich Probleme und für die Republikteile Ost ein O einbrachte. Jetzt gilt es, auch in Meerane Abschied von ... O-9612 zu nehmen."

 

 Aus anderen Zeitungen zitiert:

ZeitungsausschnittUnter der Überschrift:
Meerane gehört zu den höchstverschuldeten Städten und der Unterzeile:
Kredite der ehemaligen Stadtentwicklungsgesellschaft machen 54% der Gesamtlast aus – Abzahlung dauert bis zum Jahr 2023, schrieb die Freie Presse am 22. Februar 2008:

 

 

Zeitungsausschnitt

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

zu vorstehendem Artikel gingen dem Meeraner Blatt die folgenden zwei Leserbriefe zu:

 

Verbrieftes und "Vermailtes"

 

Leserbrief von Ralph Schmid, Ludwigsburg:

Die „Freie Presse" berichtete am 22.02.208 aus der Sitzung des Stadtrates über den Schuldenstand mit der Überschrift „Meerane gehört zu den höchst verschuldeten Städten". Das in den letzten Jahren geübte Ranking unter den Gemeinden ist besonders bei den Schulden sehr fragwürdig, weil oft nicht von gleichartigen Verhältnissen ausgegangen wird und die vorhandenen rentierilchen Aktivposten nicht dargestellt werden. Da hier aber von einer misslichen Lage der Stadt gesprochen wird und die Ursache der Mesteg und deren Auflösung im Jahr 2000 zugeschrieben wird, möchte ich einige Aussagen dieses Artikels nicht ohne eine sachgerechte Klarstellung hinnehmen. Dies vor allem, da er demagogische Züge enthält und geeignet ist, die Leser zu irritieren. Es wird so getan, als wäre die Mesteg der Urheber der Schulden.
1990/91 hat der Stadtrat den Bau des Gewerbegebietes beschlossen und die Stadt Meerane hat die Schulden aufgenommen. Der anfragende Stadtrat Schilling war als damaliges Mitglied der PDS-Fraktion beteiligt. Die Darlehensverträge wurden mit einer Laufzeit von 30 Jahren, also bis 2022-2025, abgeschlossen. Dies ist im Grunde auch aus heutiger Sicht richtig. Steuereinnahmen sprudeln ja erst, nachdem die angesiedelten Unternehmen ihre Investitionen abgeschrieben haben, dann jedoch kontinuierlich. Die Schulden sind daher rentierlich.
Bei Gründung der Mesteg zur Wahrnehmung ausschließlich städtischer Aufgaben wurden diese Schulden auf die Mesteg übertragen. Es ist daher logisch, dass sie bei der am 22.12.2000 wirksam gewordenen Auflösung der GmbH wieder an die Stadt zurück fielen. Die Stadt hatte die Mesteg ja mit Jeder einzelnen Maßnahme beauftragt. Es gilt auch hier: „Wer bestellt, bezahlt auch".
Heute in einer Milchmädchenrechnung festzustellen, die Stadt hätte Schulden von nur 870 E je Einwohnen ohne Mesteg anstatt 1888 E, lässt den Leser in politologischer Demagogie glauben, die Schulden wären unnötig gewesen. Die ganzen heutigen Vorteile der Stadt Meerane mit der hohen Zahl an Arbeitsplätzen für Ihre Bürger, die daraus erwachsenen Steuereinnahmen der Stadt und des Bundes, aber auch die Vorteile der daraus entstandenen Wirtschaftskraft der Arbeitnehmer, der Handwerker, des Handels und der Betriebe in Stadt und Region wären dann auch nicht vorhanden. Interessanter wäre eine volkswirtschaftliche Effektivitätsberechnung, in der auch der Aufwand dem langfristigen Ertrag gegenüber gestellt wird. Viele Städte in Sachsen wären heute froh, sie hätten damals wie Meerane gehandelt.

Ralph Schmid, Ludwigsburg
Kreisverwaltungsdirektor a.D.

Anmerkung: Der Leserbrief von Herrn Schmid wurde von ihm bereits am 22. Februar der Freien Presse per Fax zugeleitet, dort aber bis heute nicht abgedruckt.

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Leserbrief von Gottfried Dombrowski, Meerane:

Meerane geht es gut !

Man konnte in der „Freien Presse“ vom 22.02.2008 vernehmen, daß die Stadt Meerane zu den höchst verschuldeten Städten in Sachsen gehört.
Ursache, wie könnte es auch anders sein, ist die ehem. Mesteg mit ihren Krediten zum Gewerbegebiet.
Deshalb zur Verständigung angemerkt, diese Kredite dienten dazu (übrigens mit überwältigender Zustimmung des Stadtrates), Ackerland zu erwerben und derart zu erschließen,daß eine Vermarktung an Dritte zur Ansiedlung von Firmen und damit Schaffung dringend benötigter Arbeitsplätze ermöglicht wird.
Wie im normalen Wirtschaftsleben üblich, muß zunächst Kapital eingesetzt werden (materiell/immateriell),bevor man einen Nutzen aus den Produkten/Ideen ziehen kann.

Wie ist nun das Gewerbegebiet Meerane-Südwest zu bewerten:

  1. Die Stadt Meerane hat lt. Statistischem Landesamt Sachsen in den Jahren bis 2006 rd. 42 Millionen Euro Gewerbesteuer (zu 95 % dem Gewerbegebiet geschuldet) eingenommen.
  2. Die Stadt Meerane ist unstrittig mit eine der hoch verschuldeten Kommunen, zu gleich auch eine der Kommunen mit der höchsten Steuereinnahmekraft in Sachsen.
  3. Neben dem Effekt der Gewerbesteuereinnahmen hatte und hat weiterhin die Stadt Meerane dank des Gewerbegebietes eine in der Region vergleichbare niedrigere Arbeitslosenquote, da unter Zugrundelegung der Jahre 1993-2008 durchschnittlich über 2.000 Arbeitsplätze zur Verfügung standen. (gegenwärtig 3.000 Arbeitsplätze).
  4. Die Inhaber der im Durchschnitt vorhandenen Arbeitsplätze haben sicherlich unterschiedlich verdient, aber der damit verbundene Umsatz der Arbeitseinkommen ist überwiegend im Stadtgebiet geblieben, also eine Stärkung des hiesigen Mittelstandes. 
  5. Ein weiterer nicht zu unterschätzender Effekt ist mit den Arbeitsplätzen verbunden, nämlich der Gemeindeanteil an der Umsatz- und Einkommenssteuer, der im Durchschnitt bezogen auf den Anteil der Arbeitsplätze im Gewerbegebiet ca. 1,0 Mio € pro Jahr beträgt.

Nun sollte man angesichts dieser Fakten annehmen, daß die Stadt Meerane zufrieden ist und mit dieser Bilanz sehr gut leben kann. So wie auch jeder Unternehmer sehr froh ist, wenn der Ertrag viel höher als der Kapitaldienst ausfällt und er so in der Lage ist, weiter zu investieren und wenn notwendig, weitere Kredite aufzunehmen.

Nicht so im Rathaus, wo man eigentlich wissen müßte, daß die übrigen, weniger rentierlichen Kredite im Haushalt (fast 50 % des Gesamtkreditvolumens) nicht zu stemmen wären, wenn nicht die Einnahmen aus dem Gewerbegebiet so sprudeln würden.

Wie ist es sonst zu erklären, daß man als hoch verschuldete Stadt munter immer weitere Kredite für Investitionen aufnehmen kann, wenn es nicht die Sicherheit mit dem Namen „Gewerbegebiet“ geben würde.

Aber man hat das Gefühl, daß die Kredite zum Gewerbegebiet regelrecht gepflegt und gehegt werden, um eine Begründung zu haben, die Leistungen des Alt-Bürgermeisters in Mißkredit zu ziehen.

Denn es wäre ein Leichtes für die Stadt Meerane, Sondertilgungen vorzunehmen, aber man wählt den anderen Weg und jammert und vergißt ganz, daß mittlerweile dank der Einnahmen aus dem Gewerbegebiet sogar Rücklagen gebildet werden konnten.

Erstaunlich ist es, daß sich die Stadträte derartige Darstellungen ihres Bürgermeisters bieten lassen und nicht merken, daß damit ihre damaligen richtigen Beschlüsse zum Gewerbegebiet konterkariert werden.

Gottfried Dombrowski


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Meerane VillaMeerane Villa

In memoriam Siegfried Bahner

Siegfried Bahner ist nach schwerer Krankheit am 13. Februar 2008 im Alter von 71 Jahren in München gestorben. Nach der Wende war er einer der ersten, der von Bad Tölz zurückkam und sich über Jahre der Rekonstruktion historisch wertvoller Bausubstanz in seiner Heimatstadt Meerane gewidmet hat.

Diese beiden Villen gehören zu den vielen Objekten, die Siegfried Bahner in den 90er Jahren umfassend rekonstruiert hat. Im Meeraner Fassadenwettbewerb belegte er damit die vorderen Plätze. Der Stadt hat er damit einen wertvollen Dienst erwiesen, der weit in die Zukunft reicht.

Der Familie gilt unser Beileid und Dank. –o-

 

Kultur

 

Exkursionsempfehlung zum Kloster Mildenfurth

Kloster Mildenfurth östlich der B 92 nahe Weida ist das Domizil von Volkmar Kühn. Über Jahrzehnte schuf er hier zahllose Skulpturen in Bronze und Terrakotta, die den ehemaligen Klostergarten und das Gewölbe der früheren romanischen Kirche beleben. In diesem wohl einmaligen Flair spürt der Besucher den Hauch vergangener Zeiten, den zu bewahren sich der Künstler mit seiner Frau und der Dogge Franz verschrieben hat. Für Besuche ist es zweckmäßig, sich telefonisch über die Nr. 036603 / 88276 anzumelden. Interessenten können das Jahresprogramm auch über post@meeranerblatt.de anfordern.


Kloster MildenfurthKloster MildenfurthKloster Mildenfurth

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hot & blue Cover

Neue Live CD
der hot and blue jazzband, aufgenommen 2007 in den Kirchen von Mildenau und Schwarzenberg durch das Tonstudio Jens Bachmann, Meerane, ist in der Buchhandlung „Buch und Musikt“ Meerane
Ab sofort zum Preis von 15,00 € zu haben.

Vorankündigung
Das 35-jährige Jubiläum der Band wird am Sonnabend, dem 21.Juni im Schloss Ponitz mit weiteren musikalischen Gästen gefeiert.
Einlass für das Publikum 18.00 Uhr

 

 

 

 

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Ausstellungen im sächsischen Landtag (laut Landtagskurier 1/08):

März und April 2008
7. Deutsche Porträtfotoschau des Sächsischen Fotoverbandes

Mai und Juni 2008
1. Internationales vogtländisches Druckgrafiksymposium
des Chemnitzer Künstlerbundes e. V.

 

Am Rande

 

Informativ

Das neue Örtliche für 2008 / 2009 dient nicht nur als Nachschlagewerk in Sachen Telefonnummern und Werbung für Gewerbetreibende, sondern informiert zusätzlich unter dem Motto "Wussten Sie schon...?" Auf Seite 152 (Meerane - Buchstabe W)) erfährt der Nutzer, daß Griseldis Wenner am 17. Juni 1970 in Meerane geboren wurde, bekannt durch das ARD-Boulevard-Magazin "Brisant". Ein Konterfei ist dabei und Biographisches. Weiter vorn, unter B, gibt es Informationen zu Werner Bochmann, den Filmmusik-Komponisten, der am 17. Mai 1900 in Meerane zur Welt kam. jw.

Langlebig

Erstaunlich lange lebt laut rtv-Fernsehmagazin die DDR weiter. In rtv Nummer 6 / 2008 wurde für den 12.02. auf MDR ein Polizeiruf angekündigt mit der Erläuterung: Krimi - DDR 1991. Die gleiche Botschaft fand sich dann auch im Fernsehprogramm der Freien Presse für diesen Tag. Und im rtv-Fernsehmagazin kurze Zeit später erneut bei einer Krimi-Ankündigung. jw.

Wildwechsel

Bei schönstem Sonnenschein wechselten am 11. Februar am frühen Nachmittag auf der Crotenlaider Straße gleich vier Rehe - quasi im "Gänsemarsch" - die Straßenseite und verschwanden im Schillerpark. Für Passanten und Anwohner ein schöner Anblick. Und Fahrzeuge waren glücklicherweise in dem Moment nicht in Sicht. jw.


 

Kontakt

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Impressum

MEERANER BLATT
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Erscheint kostenlos unter www.meeranerblatt.de über Internet in loser Folge

 

Aktuell berichtet

 

1.April 2008

Sensation!

Meeraner Riesenhummel gesichtet

Die anlässlich der letzten Abiturzeugnisausgabe von Professor Ungerer erstmals öffentlich beschriebene und in Fachkreisen bisher angezweifelte Riesenhummel mit dem erstaunlichen Gewicht von 7 ! Gramm konnte, wie ein Leserfoto vom 30.03.2008 zeigt, endlich im Meeraner Stadtgebiet beobachtet werden.
(zum Vergleich einheimische Singvögel: Goldhähnchen Gewicht 5g, Zaunkönig 8 Gramm)
Vermutlich handelt es sich um eine Mutation, begünstigt durch eine leicht kontaminierte Innenstadtbrache. Mit dem jetzt gelungenen Nachweis dieser Riesenhummel dürfte die wissenschaftliche Anerkennung als eigene Art (Bombus meeraneaemonsterus Ungerus) endgültig sicher sein.
Das Insekt verfügt über einen Wehrstachel beachtlicher Größe, über dessen Wirkungen noch keine Klarheit besteht
Wir werden weiter berichten, bitten aber unsere Leser, die Redaktion über eigene Beobachtungen möglichst mit Bild, Datum, genauer Ortsbeschreibung und Tageszeitangabe sowie Bewölkung und Windrichtung zu informieren.
Beabsichtigt ist, auf der Grundlage des zusammengetragenen Materials ein internationales Hummel-Symposium anlässlich des 125. Todestages von Tiervater Alfred Edmund Brehm am 11. November 2009 in Meerane zu veranstalten. (Red.)

Riesenhummel

Meeraner Riesenhummel links, rechts normale Steinhummel (Bombus lapidarius)

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20.03.2008 - Stadtratssitzung im Monat März fällt aus

Die am 25. März vorgesehene Sitzung des Meeraner Stadtrates fällt aus. Die nächste reguläre Sitzung wäre demnach erst am 29. April und damit die vorletzte bis zur Wahl.

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17.03.2008 - Pressemitteilung vom Landesverband der Freien Wähler SachsenFW-Logo

Ziel: Freie Wähler drittstärkste Kraft in den Kreistagen


Freie Wähler flächendeckend auf Kommunalwahlen in Sachsen vorbereitet

Zur Frühjahrstagung des Landesverbandes „Freie Wähler Sachsen“ e. V. am 15. März in Altenberg berieten die Delegierten der neu fusionierten Kreisverbände und der Landeshauptstadt über die Vorbereitung der Kreistagswahlen am 8. Juni 2008.

Vom Landesvorsitzenden, Bernd Gerber, wurde festgestellt, dass sich die bisherigen Kreisverbände der Freien Wähler rasch und weitgehend problemlos in den neu gebildeten Kreisverbänden zusammengeschlossen haben.
Die Delegierten berichteten über den Stand der Wahlvorbereitungen in den 10 neuen Landkreisen. Dabei ging es insbesondere um die Besetzung der Wahlkreise mit Kandidaten für die künftigen Kreistage, aber auch um die Kandidatur von Bürgermeistern und Landräten. Beraten wurde über Wahlstrategie und notwendige Formalien im Rahmen des bei den Freien Wählern üblichen Erfahrungsaustausches. Der Landesvorsitzende formulierte als Ziel der Freien Wähler, in den künftigen Landkreisen drittstärkste Kraft zu werden.

  Freie Wähler

Staatsminister Steffen Flath (stehend), Landesvorstand v. l.: Bernd Dietel, Peter Ohl (Ehrenvorsitzender), Thomas Kirsten (BM von Altenberg), Bernd Gerber (Landesvorsitzender), Dietmar Kretzer, Georg Grajewski

Großes Interesse fand bei den Delegierten am Nachmittag die Rede von Staatsminister für Kultus, Herrn Steffen Flath, CDU, zur Schulpolitik im Freistaat Sachsen.
Das sächsische dreistufige Schulmodell findet inzwischen zunehmende Aufmerksamkeit in anderen Bundesländern, so der Minister. Beginnend mit der angestrebten besseren Verbindung von Kindergarten und Schule, über die Vor- und Nachteile derzeitiger Bildungsempfehlungen, dem Abitur nach der 12. Klasse bis zu den Chancen eines Zentralabiturs in ganz Deutschland fanden seine Worte nicht nur bei den anwesenden Lehrern viel Verständnis. Im Sommer steht eine Reform der gymnasialen Oberstufe an, die das Abwählen von Fächern zugunsten eines allgemein bildenden Unterrichts beendet. Er sprach sich für eine Aufwertung der Mittelschulen aus und appellierte an die Wirtschaft, sich mehr für Mittelschüler zu öffnen. Schon während der Schulzeit soll die Verbindung des Unterrichts mit der Praxis wieder angestrebt werden, vergleichbar mit dem polytechnischen Unterricht vor 1990.
In der Berufsausbildung wird man wieder zur bewährten dualen Ausbildung zurückgehen.
Die jetzt bestehende Schulnetzstruktur sei die Antwort auf den Bevölkerungsrückgang. Sie sollte sich in den nächsten Jahren stabilisieren. Weitere Schulschließungen sind nicht vorgesehen. Der Anteil der Privatschulen in Sachsen von 5 bis 7% ist gewollt und entspricht dem Bundesdurchschnitt.
Die Forderung der anwesenden Kommunalpolitker, den Kommunen als Schulträgern mehr Mitsprache bei der personellen Besetzung von Lehrerstellen einzuräumen, wurde vom Minister mit Verständnis aufgenommen.

Die Herbsttagung des Landesverbandes der Freien Wähler wird am 10./11.Oktober in Bad Düben stattfinden. Informationen unter www.freie-waehler-sachsen.de
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