Gegründet im November 1989 – Online-Ausgabe seit 2004Ausgabe Nr.15 - 19. Oktober 2016

Virtuelle Ausgabe Nr. 15 vom 10. Oktober 2004

 

Meeraner Kaleidoskop

  

Mit sommerlichen Blumengrüßen in einen goldenen Herbst

Blumen

Einen herzlichen Dank an unsere Meeraner Stadtgärtnerei für die vielen auch in diesem Jahr
wieder  liebevoll angelegten Blumenrabatten in unserer Stadt. Foto: mb

Auf der Stadtratssitzung vom 28.09.2004 notiert
Regierungspräsidium fordert Fördermittel zurück

Zu Beginn der 2. Sitzung des Meeraner Stadtrates würdigte der Bürgermeister den mit 50 Jahren verstorbenen langjährigen Bürgermeister von Dennheritz, Manfred Olschock, und alle Anwesenden erhoben sich zu ehrendem Gedenken.

Rund 90 Prozent der Bäume am Seiferitzbach müssen im Zusammenhang mit der bevorstehenden Sanierung des Bachbettes zwischen Annaparkhütte und Achterbahn gefällt werden. Es handelt sich um 60 bis 80 Bäume, hauptsächlich Linden, die von den Altvorderen zu nahe am Bachbett gepflanzt worden waren. Ersatzpflanzungen im Stadtgebiet sind vorgesehen. Um in den Genuß einer 100prozentigen Förderung für die Bachsanierung aus dem Fluthilfetopf zu kommen, muß ein gesonderter Schmutzwasserkanal im Promenadenweg verlegt werden, der in den Hauptsammler mündet. Das Geld für diesen Kanal soll durch Umschichtung von Mitteln aus dem AZV kommen. Die Hochwasserschäden am Seiferitzbach sind erfaßt und die geplanten Maßnahmen numeriert. Der Querschnitt des Baches wird nirgends verkleinert, das trapezähnliche Profil wird künftig mehr Wasser durchlassen als bisher. Der Promenadenweg bekommt eine Bitumendecke und Straßenbeleuchtung. Ein Radweg ist vorgesehen. Für Mitte November ist die Ausschreibung für die Baufeldfreimachung vorgesehen, die Baumfällungen könnten dann im 1. Quartal des kommenden Jahres stattfinden. Ab April wolle man die Arbeiten losweise vergeben und die gesamte Sanierung bis Ende 2005 bewältigen.

Nach Erhalt des Zuwendungsbescheides für eine 75prozentige Förderung wurde die Erneuerung der Fenster der Friedrich-Engels-Schule öffentlich ausgeschrieben. 13 Angebote gingen in der Stadtverwaltung ein, die Wahl fiel auf den Vertriebs- und Montageservice Peter Günther Meerane, die der Stadtrat einstimmig bestätigte. Baubeginn ist in den Herbstferien.

Breiten Raum nahm innerhalb der Stadtratstagung Tagesordnungspunkt 8 ein mit der Mesteg im Mittelpunkt. Nach einem Bescheid vom Regierungspräsidium müsse die Stadt Meerane Fördermittel für das Gewerbegebiet in Höhe von 3 655 289 DM und 534 756 DM Zinsen zurückzahlen, also rund 2 Millionen €, weil diese von der Mesteg zweckentfremdet verwendet worden seien. Alle Aussagen seien durch Akten belegt, sagte der Bürgermeister zu Beginn seiner umfangreichen Ausführungen. Er und die Kämmerin hätten diesmal getrennt recherchiert, seien aber zu gleichen Ergebnissen gekommen. Der Nachweis Projektmanagement könne nicht erbrachte werden, weil die Abrechnungen pauschal erfolgten.

Wie werde man nun weiter vorgehen? Der Bürgermeister sagte, die Stadt akzeptiert den Bescheid des Regierungspräsidiums und anerkennt die Rückforderung. Aber sie fordert zunächst eine Zahlungsaussetzung und dann einen Niederschlag. Begründet wird dies damit, daß die Mesteg ein Einzelfall sei, daß die Interessen der Stadt Meerane sonst so massiv betroffen wären, daß alle freiwilligen Aufgaben eingestellt werden müßten. Außerdem bestehe ein öffentliches Interesse an einem Niederschlag.

Auf einen Artikel in der Freien Presse vom 07.09.2004 bezugnehmend, sagte der Bürgermeister, daß es ihm nicht darum gehe, ein Mesteg-Feindbild aufzubauen, sondern darum, wer die Verantwortung trägt.

Mit der Stellungnahme gegenüber dem RP wolle man die Akte Mesteg schließen und sich auf den Niederschlag konzentrieren. Zu überprüfen sei noch die Geschichte mit der Schönberger Straße 43 a, auf die man durch eine Anfrage von Stadtrat Nötzold im Verwaltungsausschuß gestoßen sei. Man habe Akten gefunden. Und diese Sache sei noch nicht verjährt.

Stadtrat Adamczyk äußerte seine Verwunderung, wieso es erst jetzt zu diesen Ergebnissen käme, wie denn RP und Wirtschaftsministerium überhaupt geprüft hätten. 10 Jahre sei dies nicht wirklich geschehen. Ihm sei auch nicht erklärlich, wie Herr Schmid zu seiner Einschätzung gekommen wäre. Herrn Schmids Aufgabe sei es nicht gewesen, dies zu prüfen, stellte dazu der Bürgermeister fest.

Durch eine Änderung der Sächsischen Gemeindeordnung müssen Kommunen künftig wieder eine Rechnungsprüfungsstelle einrichten. Einstimmigkeit herrschte beim Vorschlag, dafür Frau Schifter zu berufen und sich qualifizieren zu lassen. Die Rechnungsprüferin ist zwar dem Bürgermeister unterstellt, besitzt jedoch eine gewisse Unabhängigkeit. Bis 31.03.2001 hatte die jetzige Kämmerin die Stelle einer Rechnungsprüferin inne. Seitdem wurde nicht mehr geprüft, was allerdings erlaubt war.
jw.

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Glückstreffer


Über "einen reinen Glückstreffer" freute sich der Bürgermeister auf der Stadtratssitzung. Es seien Akten gefunden worden zur Schönberger Straße 43 a, die Anfang der 90er von der Mesteg aus dem Treuhandkonto für viel mehr Geld angekauft worden war als später dort Einnahmen erzielt wurden. Eine Nachfrage von Stadtrat Nötzold im Verwaltungsausschuß hatte auf diese Fährte geführt, der man nun nachgehen werde. Denn diese Sache sei nicht verjährt.

"Einen Glücksfall" im Zusammenhang mit der Mesteg erwähnte in seinem Abschlußbericht auch der Finanzbeauftragte Ralph Schmid (Amtliche Bekanntmachungen der Stadt Meerane vom 25. Mai 2001). Es geht dort um ertragbringend angelegte Geldmittel und ganz speziell um die sogenannte
"Null-Kupon-Anleihe". Aus Kaufpreiserlösen "wurden 4,46 Mio. DM angelegt, die nach 6 Jahren mit 7 Mio. DM zurückgezahlt werden. Da das Geld schon 1999 im fünften Jahr benötigt wurde, wurde die Anleihe an die Bank zurück verkauft um 6,6 Mio. DM. Dies entspricht einer Verzinsung von 8,35 %. In der Laufzeit dieser Anleihe konnten Kommunalkredite unter 6 % aufgenommen werden. Es war also eine ertragbringende Anlage und es entstand kein Schaden; sie war ein Glücksfall."

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Schöffenwahl im Amtsgericht


Am 1. Oktober fand unter Leitung des Amtsgerichtsdirektors Huber die Wahl der Schöffen und Jugendschöffen  für den Landkreis Chemnitzer Land statt. Auch Meeraner standen hierfür zur Wahl und werden über das Wahlergebnis schriftlich informiert.
Das bemerkenswerte ist, dass genau 125 Jahre früher, also am 1. Oktober 1889 vom Reichstag unter Bismarck das Reichsgerichtsverfassungsgesetz in Kraft gesetzt wurde, was das bis dahin zersplitterte Gerichtwesen in Deutschland zusammenführte und die Einsetzung ehrenamtlicher Richter, also von Schöffen, bis heute regelt. -o-

 

Kultur

 

Konzert im Blauen Saal - eine Veranstaltung des Vereins "ARTIS CAUSA" e.V

Artis Causa


Wieder ist es dem Vorsitzenden des Vereins ARTIS CAUSA, Tobias Teumer, gelungen, mit Ariadne Daskalakis, Violine und Sebastian Gottschick, Viola, am 18. September ein Konzert der ganz besonderen Art im Schloss Waldenburg zu veranstalten. Mit Werken von Pleyel, Ligeti, Halvorses, Bach und Mozart wurde hier im Duett wie auch solistisch ein starkes und zugleich gefühlvolles Spiel dargebracht, das das Publikum in etlichen Passagen quasi den Atem anhalten ließ. Unter den Gästen befanden sich viele Mitglieder der Kulturstiftung der Bundesländer von denen einer seinem Nachbarn zuraunte: "Da muss man in München lange suchen, um so etwas zu erleben."
Foto: mb

  

hot & blue Jazzband im Ponitzer Schloß

Am Sonnabend, dem 2. Oktober fand in historischem Ambiente ein neuerliches Konzert der 1973 in Ponitz gegründeten Band statt. Publikum wie Musiker fanden, moderiert von Klaus Kirst, schnell zueinander und erlebten mit etlichen neu arrangierten Titeln einen begeisternden Abend. Der Erlös geht an den Förderverein Renaissanceschloß Ponitz in dem hot & blue förderndes Mitglied ist.

  

XV. Altenburger Jazztage 12.Oktober bis 21. November 04

näheres zum Programm über Robby Tänzer Tel./Fax: 03447/506955, Mobil: 0172 231 1364

 

Verbrieftes

 

Leserbrief anlässlich des Freie Presse-Artikels vom 30. September
„Zweckentfremdete Verwendung von Fördermitteln nachweisbar"
von Ralph Schmid, Kreisverwaltungsdirektor i.R., Ludwigsburg

Zu dem Pressebericht über "Zweckentfremdete Verwendung von Fördermitteln nachweisbar" einige Bemerkungen:

Auf Antrag der Stadt Meerane im Herbst 1991 wurde mit Bescheid des Regierungspräsidiums vom 17. Februar 1992 die Erschließung des Gewerbegebietes mit 60 % gefördert bis zu einem Betrag von 19,5 Mio. DM.
Die Mesteg, die ja nicht selbst Empfänger der Fördermittel war, wurde auf Beschluss des Stadtrates mit der Ausführung der Erschließung beauftragt. Diese beauftragte Arbeitsleistung hätte von der Stadt bezahlt werden müssen, wie etwa ein Architekt oder ein Rechtsanwalt für seine Dienstleistung bezahlt werden muss. Wenn nun die Kosten der Arbeitsleistungen der Mesteg für das Gewerbegebiet im Verwendungsnachweis wie die Kosten der Architekten und Ingenieure mit aufgenommen wurde, ist dies keine zweckfremde Verwendung.
Es ist im Bereich der staatlichen Förderung bei Dienstleistungskosten Dritter immer wieder fraglich oder strittig, ob sie zu den förderfähigen Kosten zählen oder nicht. Und diese Unsicherheit galt ganz besonders in der ersten Nachwendezeit Anfang der 90er Jahre, aus der dieser Bescheid stammt.
Hätte sich im Laufe der Klärung der damals teilweise offenen Rechts- und Sachfragen herausgestellt, dass die Kosten der Arbeitsleistung der Mesteg förderfähig sind und sie wären nicht in den Verwendungsnachweis aufgenommen worden, könnte heute mit Recht ein Schaden reklamiert werden.
Jetzt ist kein Schaden entstanden. Die Kosten der Mesteg müssen - wie oben dargelegt - von der beauftragenden Stadt gezahlt werden, egal ob gefördert oder nicht gefördert. Die Alternative wäre, dass die Stadt die zu hohen Fördermittel schon bei der Aufstellung des Verwendungsnachweises etwa im Jahr 1999 an das Land zurückgezahlt hätte. Dies wäre nur mit höheren Abgaben möglich gewesen. Die Kosten der Arbeitsleistung der Mesteg sind in der Schussbilanz als Forderung gegen Dritte auf die Stadt übergegangen als diese die Mesteg mit der Eintragung im Handelsregister am 22.12.2000 wieder übernommen hat.

Dies sind alles ganz normale Verwaltungsvorgänge, die sich in Art und Stil der Pressemitteilung aus Stadtratssitzungen immer wieder so anhören, als ob Geld veruntreut worden wäre, was aber nicht der Fall ist. Und das ist ein Ärgernis.

Ralph Schmid, Ludwigsburg
                                         

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Gedanken zu einigen Pressemeldungen der letzten Zeit  von Gottfried Dombrowski

Da meine Stellungnahmen zu aktuellen Pressemeldungen in der „Freien Presse“ leider nicht vollständig wiedergegeben werden, bitte ich Sie, die nachfolgenden  Gedanken im „Meeraner Blatt“ zu veröffentlichen.

OBI-Einkaufscenter im Gewerbegebiet

Da vergrößert sich die Verkaufsfläche mit der Inbetriebnahme des OBI-Einkaufscenter auf das 4 –fache (von ca. 2.500 m² ehem. OBI-Markt auf ca. 10.000 m²) und der Händler- und Gewerbeverein von Meerane (HGV) erklärt in seiner Stellungnahme am 08.10.2004, daß die Händler in der Innenstadt damit keine Probleme hätten.

Vor Jahren hätte man den jetzigen Altbürgermeister sinnbildlich „gesteinigt“, wenn er in seiner Amtszeit nur ansatzweise die Idee geäußert hätte, die vorhandene Handelsfläche im Gewerbegebiet um ein Vielfaches zu steigern. Undenkbar - und das auch berechtigt - mit dem damaligen HGV-Vorsitzenden und dem ehemaligen Stadtrat. Man erinnere sich nur an die Diskussionen im Zusammenhang mit der Ansiedlung von DEHNER.

Dem aktuellen HGV-Vorstand müßte es eigentlich klar sein, daß beispielsweise Deichmann und dm-Drogerie nur einen Standort in Meerane belegen, nämlich entweder in der Innenstadt (also ehem. Palla-Immobilie) oder im Gewerbegebiet. Diese Chance ist also vertan und die Auswirkungen sind mit Sicherheit in absehbarer Zeit für die Bürgerschaft zu spüren.

Fördermittelbescheide zum Gewerbegebiet

Vom Bürgermeister wird richtig in der Presse ausgeführt, daß zu den beiden Fördermittelbescheiden zur Planung und Erschließung des Gewerbegebietes kein Widerspruch gegenüber dem Regierungspräsidium Chemnitz eingelegt wurde.

Dabei konnte objektiv kein Widerspruch eingelegt werden, da zu einem die Stadt Meerane mit einer der ersten Kommunen war, die einen Fördermittelbescheid erhalten haben und damit überhaupt keine Vergleichsmöglichkeit mit anderen Städten möglich war und zum anderen, die Höhe der jeweilig ausgereichten Fördermittel pro Gemeinde im Regierungspräsidium Chemnitz und in der Staatsregierung zu bestgehütetsten Geheimnissen gehörte.

Nur durch Gespräche mit anderen Städten in der Umgebung über die sehr abweichenden Kaufpreise für erschlossenes Gewerbebauland sowie durch Hinweise von Investoren wurde herausgefunden, daß die Fördermittelsätze von benachbarten Kommunen mit vergleichbaren Gegebenheiten erheblich höher als in Meerane waren.

Alle Bemühungen nach Kenntnis dieser Tatsachen mit der Staatregierung und dem Regierungspräsidium Chemnitz zur Erhöhung der Fördermittelquote für das Gewerbegebiet Meerane sind abschlägig beschieden worden.

Im übrigen, um auf einen Kommentar von Herrn Stolp, seines Zeichens Redakteur der „Freien Presse“, in diesem Zusammenhang einzugehen, hat der „Mesteg-Flop“ 2.300 Arbeitsplätze bis zum Jahr 2000 in Meerane und eine führende Position bei der Gewerbesteuereinnahme (bisher ca. 30 Millionen Euro) in Sachsen bewirkt.

Gottfried Dombrowski, Meerane

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Die Schulpolitik sollte auf der Tagesordnung ganz oben stehen 
Einige Bemerkungen zur Landtagswahl vom 19. September 2004 von Peter Ohl

Nach der Wahl in Sachsen vom 19. September verfügt das demokratische Lager, ganz gleich ob in Regierung oder Opposition, über immerhin 90 % der Sitze im Landtag. Das sollte man besser herausstellen. Die Kämpfer der NPD werden ganz schnell ihre Grenzen aufgezeigt bekommen und die „Schnauze voll“ haben, wenn sie merken, dass zwischen Landtag und Biertisch ein unüberbrückbarer Unterschied besteht. Der Landtag in Stuttgart hatte bereits solche Erfahrungen mit Republikanern.

Nun kommt es darauf an, dass in Dresden eine Regierungskoalition zusammenfindet, die viel Bewährtes fortführen kann, aber auch den Mut hat, manche inzwischen verkrustete Position aufzubrechen. Hier ist das Bildungssystem zu nennen, wo die Vielzahl der derzeit geäußerten Vorschläge landes- und bundesweit ein Indiz für die dringende Notwendigkeit der Suche nach besseren Wegen ist. Die Klage sächsischer Unternehmen (z. B. VW) über die zunehmend unzureichenden Leistungen der Schulabgänger gibt zu denken und relativiert die Aussage aus dem Kultusministerium, in Sachsen bestehe kein Anlass, das Schulsystem zu ändern.
Eine Orientierung am Finnischen Vorbild, dem Pisa-Sieger, gilt manchem Politiker hierzulande wohl eher als unzumutbarer Reimport, weil die Finnen Grundzüge ihres Bildungssystem mal von der DDR übernommen haben.

Wenn Walther Rathenau 1920 die Wirtschaft als Basis unseres Schicksals benannte, ist heute längst bewiesen, dass unser Schicksal und damit die Wirtschaft zuallererst von der Bildung abhängen.

Bildung beginnt in der Familie, im Kindergarten und vor allem in der Schule. Deshalb muss vom neuen Landtag sofort nach Erreichen der Arbeitsfähigkeit eine konstruktive, zielorientierte Bildungsdiskussion erwartet werden. Der Schulnetzplan gehört genauso nochmals auf den Tisch wie die zügige Reform der Inhalte unserer Schulbildung. Dabei ist den Kommunen als Schulträgern ein Mitspracherecht einzuräumen. An den alten ehrwürdigen Schulgebäuden kann man erkennen, welchen hohen Wert unsere Vorväter einer guten Schulbildung zugemessen haben. Dieser Einstellung verdankte Sachsen einmal seine große Zahl von findigen Arbeitern und arbeitenden Erfindern.

Das sollte nicht vergessen werden und künftiges Handeln der Politik in unserem Land bestimmen.                                                                   

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Zurückgeblättert

 

Meeraner Stadtentwicklung aus meiner Sicht (Folge 13) von Dr. Peter Ohl

Juni 1993

01.06. - Die Geburtshilfe Abteilung wird von Meerane nach Glauchau verlegt.
Am 30. Mai kam Johannes Rüger quasi als vorerst letzter Meeraner auf die Welt.

03.06. - Werner Bochmann (geb. 17.05.00) in Schiersee nach langer Krankheit verstorben.

06.06. - 2. Meeraner Autotag an der Stadthalle vereint alle Meeraner Autohäuser.

11.06. - Übergabe 1. Bauabschnitt im Gewerbegebiet (1,4 km Straße samt allen Leitungen, 900 Meter Wege, Kosten 7,5 Mio. DM). Eröffnung der Firma Reifen Schimming.

14.06. - Treffen der Bürgermeister von Glauchau, Crimmitschau und Meerane

20.06. - bis zum 23. 06. weilen Lörracher Polizisten zu einem Erfahrungsaustausch in Meerane

23.06. - Einwohnerversammlung zur Umfeldgestaltung in der Oststraße/Remser Weg. Hauptproblem ist des Fehlen von mindestens 700 Stellplätzen im Wohngebiet, was zur Projektierung der Wohnbereichsgarage führte.

29.06. - Einweihung vom Kaufland Meerane
29.06. - Übergabe der Abiturzeugnisse für Meeraner Schüler im Glauchauer Stadttheater
(ab 1994 dann erstmalig wieder in Meerane)

Des weiteren im Juni:
Die neuen fünfstelligen Postleitzahlen sind da. Meerane erhält die 08393

Das Regierungspräsidium erwartet eine Einigung der Stadträte von Meerane und Glauchau für den Standort einer Wasserfreizeitanlage in Meerane, die auch kurzzeitig möglich schien.

Wegen Bauarbeiten in der Martinskirche findet jeden Monat ein evangelischer Gottesdienst in der katholischen Kirche St. Marien Am Rotenberg statt.

Meeraner Sportler erhalten hohe Auszeichnungen zum Kreissporttag (Lutz Lüpfert,
D. Kurz-Hoffmann, Jörg Eger u. a. ).

Der Schulausschuss des Deutschen Städtetages tagt in Meerane mit den Ersten Beigeordneten Hans-Jürgen Illing als direktes Mitglied. Hauptthema ist die künftige Finanzierung des Schulbetriebs und die Erhaltung optimaler Angebote für Schule, Bildung und Kultur in den Kommunen.

In der Galerie ART-IN läuft eine Ausstellung von Jürgen Schieferdecker, der dazu schreibt:" ..muß ich bekennen, daß die Ausstellung in Ihrer Galerie zu meinen schönsten und die Eröffnung sicher die bewegendste überhaupt war..."

850-Jahrfeier im Nachbarort Remse.

Juli 1993

Durch die Kreisreform wird Dennheritz vom Landkreis Glauchau abgetrennt. Glauchau ist der Kreissitz wichtiger als die Zugehörigkeit zu ein wirtschaftlich starker Kreis um Zwickau als Zentrum und Meerane verliert mit Dennheritz einen jahrhundertelangen  engen Nachbarn. (Näheres im Meeraner Blatt Nr. 190/1993).

Diskussion um den Kiesabbau in Waldsachsen, Meerane und Schönberg mit großen Vorbehalten.
Die ABS des ehemaligen Karosseriewerkes unter Herrn Heider entfernte unter großen Mühen 880 Meter Heiztrasse im Wunderlichpark.

03.07. - Bemerkenswerte Premiere der DIN Freien Theatergruppe um Dirk Grüning in der Stadthalle "Und es will nicht Morgen werden".

05.07. - Herr Zimmer von der Stadtkämmerei Lörrach leistet für zwei Wochen Verwaltungshilfe. Die Insellösung der Computertechnik in der Meeraner Stadtverwaltung empfindet er als deutlichen Fortschritt gegenüber der noch in Lörrach benutzten Zentralrechenanlage.

09.07. - Beschluss der Verbandssatzung des Abwasserzweckverbandes "Götzenthal" als Start in eine umweltgerechte Abwasserentsorgung und als Voraussetzung für alle künftigen Baumassnahmen in Meerane

26.07. - Beratung der Bürgermeister von Crimmitschau und Meerane mit Verwaltungsmitarbeitern und Vertretern beider Stadträte im Gasthof Waldsachsen zu künftigen Möglichkeiten einer engeren Zusammenarbeit über die Kreisgrenze hinweg unter möglicher Einbeziehung der Stadt Glauchau. Dieses Thema lässt die folgenden Wochen die Wogen hoch schlagen, war aber der Beginn einer bis heute noch nicht abgeschlossenen Entwicklung.

August 1993

Die Kindergärten in der Schwanefelder Straße, Zwickauer Straße und Waldsachsen sind geschlossen. Die Kinder werden nach Beratung mit den Eltern in anderen Einrichtungen untergebracht.

04.08. - Beratung des Bürgermeisters mit Rollstuhlfahrern zum Barriereabbau in der Stadt.

04.08. - Besuch von Landrat und Bürgermeister in Meeraner Betrieben.

05.08. - 50 Gäste aus der Lörracher Partnerstadt Sens (Frankreich) besuchen Meerane auf einer Rundreise durch die neuen Bundesländer.

06.08. - Gemeinsame Sitzung im Meeraner Ratssaal mit Stadträten der Städte Meerane, Glauchau und Crimmitschau in Anwesenheit des Glauchauer Landrates unter reger Bürgerbeteiligung zum Thema: "Regionales Denken statt Konkurrenz". Herausgearbeitet wurde, dass die drei Städte zwischen den Zentren Chemnitz und Zwickau nur gemeinsam eine gute Zukunft finden werden. Die nötigen verwaltungstechnischen Erläuterungen dazu gab für alle verständlich Herr Thomas Fedrow (jetzt Esslingen) vom Amt für öffentliche Ordnung Meerane.

20.08. - Das Heizhaus am Remser Weg wird nach langwierigem Genehmigungsverfahren von nun an mit Erdgas betrieben.

22.08. - 100. Todestag von Carl Wilhelm Wunderlich. Ihm zu Ehren wird eine Silbermedaille geprägt.

24.08. - trotz zähem Ringens mit der Treuhandanstalt in Berlin können Betriebsleitung,Betriebsrat und Bürgermeister die Schießung der gerade erst mit neuen Maschinen bestückten Baumwollspinnerei in Meerane nicht verhindern.

26.08. - Auf der Stadtratssitzung werden wesentliche Bebauungspläne für das Stadtzentrum beschlossen. Weiterhin beschlossen wird der Tausch der Polikinik Hospitalstraße gegen die Arztpraxis Hochmuthstraße mit dem Landratsamt. Eine Arbeitsgruppe "Kommunale Zusammenarbeit" wird gebildet und ferner die Verwaltung mit der vordringlichen Erschließung von Wohnbauland beauftragt, wofür sich ein wachsender Bedarf abzeichnet. Für das Gymnasium wurden weitere Gelder freigegeben (bisher 1,2 Mio. DM).

30.08. - Die vom Oberschulamt Chemnitz und dem Landratsamt Glauchau angeordnete Verlagerung der Klasse 11 des Beruflichen Gymnasiums von Meerane nach Oberlungwitz wird durch Protest der Eltern, unterstützt durch Bürgermeister und Stadtverwaltung abgewendet. Die Schüler ignorieren die Verlagerung und erscheinen pünktlich zum Unterrichtsbeginn am ersten Schultag in Meerane.

 

Am Rande

 

Der mittlere Teil des Schützenplatzes erhielt vor kurzem eine Asphaltschicht. Hier sollen sich künftig die Kids tummeln, die sonst den Nettoparkplatz für ihre Kunststückchen und Übungen mit Rad, Skateboard etc. benutzten, und das nicht nur, wenn der Laden geschlossen war. Das gute Wetter dieser Tage lockte bewegungsfreundige junge MeeranerInnen schon auf den neuen Platz, über den sie sich zweifellos freuen. Freuen werden sich auch die Autofahrer, daß brenzlige Situationen künftig (hoffentlich!) ausbleiben und sie nicht befürchten müssen, plötzlich einen Skateboardfahrer vor dem Auto zu haben. Freude herrscht offenbar auch bei der Straßenbeleuchtung am Schützenplatz, denn die strahlt sogar am hellerlichten Tag.   jw.

 

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